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Das Diagramm "Temperaturprofil" zeigt den
Temperaturverlauf und Ereignisse an; es erleichtert bei komplexeren Messungen
die Orientierung über das Messgeschehen.

... der Report einer Messung kann mit unterschiedlichen Diagrammen ausgestattet
werden.

Die Verifikation der Messwerte kann zusätzlich an Wertetabellen und, wie hier,
an automatisch grafisch vorbereiteten Rohmessdaten (z.B.) zur
Oberflächenspannung, in einem Detailfenster der Dokumentation untersucht werden.

Gewichtsverläufe beim Ein- und Ausfließen der Flüssigkeit aus/in den Messkörper.

Der zeitliche Druckverlauf kann berechnet werden. Das Diagramm zeigt für jeden
einzelnen Delta-Kraftmesswert den anliegenden Druck. Der Druck verhält sich
logarithmisch linear - die Steigung der Geraden liefert, zusammen mit der
Dichte, den Messwert bzw. das "Kalibrierkriterium".

Die Absolutmessung unter direkter Verwendung des Hagen-Poiseuille'schen
Gesetzes ist - bei zusätzlich bekannten Kapillardaten (Radius, Länge) möglich.

Die Temperaturabhängigkeit der Viskosität ist ein
zusätzliches Unterscheidungskriterium und eine oft wichtige
Anwendungseigenschaft. (Die blau gestrichelte Linie gibt das Referenzverhalten
von 1-Oktanol wieder)

Dichte und Temperaturabhängigkeit der Dichte ... stützt Mutmaßungen, die man
wohl schon beim Viskositätsverlauf haben konnte.
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KNACKPUNKT
Fundamental für die Technik ist die Positionierung. Sie muss je nach Stadium zwischen „relativ
zum Flüssigkeitsniveau“ und „absolut zur Messzellengeometrie“ erfolgen. Diese
Aufgabe wird gelöst, indem die Niveaulage der Flüssigkeitsoberfläche dadurch
bestimmt wird, dass die Messzelle gehoben wird, bis über den
Grenzflächenkontakt des Rings eine Kraft auftritt. Im Bezug auf diese
relative Position der Phasengrenze, die so gelernt wird, finden
Messvorgänge statt. Eine absolute Positionierung ist hingegen für die
Tarier- und Justierfunktionen notwendig („Tara, Just.“ im Bildschema auf der
oben) – die Positionen dafür werden aus den geometrischen Daten über
den Aufbau erhalten. Zusammen mit Angaben über den Messkörper (Höhe, Volumen),
die Aufhängung (Länge, Querschnitt), das Gefäß (Oberfläche, Höhe) usw. sind
die räumlichen Verhältnisse determiniert und jeweilige Messstadien
adressierbar.
Praktische Probleme ergeben sich aus diesem Verfahren dergestalt,
dass stark schäumende Flüssigkeiten kaum zu messen sind, weil die Niveaulage
nicht eindeutig zu bestimmen ist (deshalb wurde die
CMC-Bestimmung
noch nicht per OViD untersucht).
Links sind zur Illustration und als begleitende Information
Diagramme aus einer Messung an 1-Oktanol (ID6177) dargestellt. Im
nachfolgenden Beschreibungstext, wurde aus Gründen der Lesbarkeit auf
das, an sich ständig notwendige, "z.B." und "es kann / könnte",
verzichtet. Tatsache ist: Messkörpereigenschaften und zur Anwendung
kommende Verfahren sind freie Elemente (Variablen), einer in der Software
allgemeinen behandelten Formel. Und Messabläufe
können daher so frei und wahnsinnig einfach modelliert werden, dass'
einem ob der Möglichkeiten schwindlig werden kann ...
OBERFLÄCHENSPANUNG
Nachdem der Messkörper eingetaucht war, ist er mit variierenden Mengen der
Probe benetzt. Für die Maximalkraft beim Herausziehen der Flüssigkeitslamelle,
die der Oberflächenspannung entspricht, wird also eine Bezugskraft benötigt.
Diese wird gemessen, indem der Ring ein Stück weit unter der Oberfläche
eingetaucht gehalten wird (mit rückwärtigen Kontaktwinkeln an den
Halteschenkeln des Rings). Hieraus wird die Bezugskraft gebildet, indem der
Auftrieb von Ring und Halteschenkeln sowie die Kraft durch den Meniskus an
den Schenkeln angerechnet werden. Für diese Berechnungen sind bereits die
Beträge der Oberflächenspannung (Benetzung an den Ring-Schenkeln) und der
Dichte (Korrektur des Ringauftriebs) notwendig.
[Die Oberflächenspannung wird dazu rekursiv und
in einfacher Iteration berechnet, liegt zum Zeitpunkt noch kein Wert für die
Dichte vor, wird die Berechnung bis dahin ausgesetzt]

(
→
Erklärungen zur Gleichung)
VISKOSITÄT
Die Viskositätsbestimmung beginnt mit dem Entleeren des Messkörpers
(entsprechend h(2)
im Bildschema) damit es zu keinen Nachlaufeffekten kommt und zugleich ein
gleichartiger Ausgangszustand vorliegt. Dann wird mit der Positionierung
entsprechend h(1)
die zeitliche Gewichtszunahme verfolgt, anschließend - gemäß
h(2)
- die Abnahme. Mit der Nivellierung der Pegel geht die Kraftänderung gegen
Null - das Messprogramm arbeitet in diesem Punkt gesteuert nach einem
Kriterium.
Für einen Viskositätswert wird die zeitliche Druckänderung aus den
Kraftmessungen berechnet. Der jeweilige Druck ergibt sich aus der
Niveaudifferenz der Flüssigkeitsspiegel innerhalb und außerhalb des
Messkörpers. Der Druckabfall wird jeweils vom Ende der Fließvorgänge her
kalkuliert, weil der Anfang der Strömung durch Bewegungseffekte, den
Druckstoß und Vorgänge zur Ausbildung der Strömung überlagert ist. Je nach
Ein- oder Auslaufmessung sind die sich bildenden Kontaktwinkel der
Flüssigkeit auf Gefäß- und Messkörperoberflächen verschieden. Das gleiche
gilt für das Vorzeichen der kinetischen Energie bzw. der
Beschleunigungsarbeit für die Flüssigkeitsmenge dV (deren Beitrag aber
verschwindend gering ist). Durch das Zusammenfassen der beiden symmetrischen
Vorgänge vereinfacht sich die Berechnung zur Ermittlung des Zeitkriteriums,
das über eine Kalibrierfunktion mit der Viskosität verknüpft ist.
Hervorzuheben ist, dass es bei dem Messvorgang zu keiner
Oberflächenneubildung kommt, die ein systematischer Fehler wäre und
beispielsweise bei manchen Glas-Kapillarviskosimetern problematisch ist.



(→
Erklärungen zu den Gleichungen)
DICHTE
Die hydrostatische Messung der Dichte wurde seit jeher durch den
Flüssigkeitsmeniskus an der Aufhängung beeinträchtigt (Mohr-Westphalsche
Waage). Um diese Störung zu beheben, ist der Messkörper an einem größeren
Tragering oder Haken aufgehängt; der Messkörper wird auf dem Boden des
Gefäßes abgestellt, die Aufhängung wird zuerst tiefer in die Flüssigkeit
bewegt – deshalb ist der Tragring von größerem Durchmesser - und
anschließend ein weit zurück - nach oben - so dass an der Aufhängung ein
Rückzugskontaktwinkel gebildet wird. In dieser Lage wird die Wägezelle
tariert (Tara). So wird zugleich die elektronische Nullpunktdrift des
Wägesensors kompensiert aber auch Störungen, z.B. durch Kondensat an der
Aufhängung, effektiv begegnet. Wird dann der Messkörper angehoben und der
Auftrieb bestimmt (r), ist lediglich
der Auftrieb des Streckenstückes der Aufhängung rechnerisch zu
berücksichtigen, das in dieser Lage weniger tief eintaucht.

(→
Erklärung der Gleichung)
ZUSATZDATEN
Vor der Oberflächenspannungsmessung wird der Messkörper geleert,
indem er so positioniert wird, dass die Austrittsöffnung in Kontakt mit der
Flüssigkeitsoberfläche steht. Hier ergibt sich eine Auslaufzeit,
die spezifische Oberflächeneffekte und Viskosität verbindet. Auslaufzeit
und Restmengen widerspiegeln viskoses Verhalten und Adhäsion- bzw.
Adsorptionseffekte, können außerdem dazu dienen, Veränderungen am
Messkörper in Prozessmessungen zu überwachen.
JUSTIERUNG
Die automatische Justierung der Wägezelle - die innerhalb einer
langwährenden Prozessmessung mehrfach notwendig sein kann - wird ermöglicht,
indem der Zentrierkegel (der den Messkörper über die Aufhängung mit dem
Wägezelle verbindet) über den Block und den Zellendeckel abgehoben und vom
Lastträger abgetrennt wird (Just.). Mit dem Tarier- und Justierverfahren wird sichergestellt, dass stets
korrekte Messdaten erhalten werden.
Das OViD-Messverfahren
ist konsistent und geschlossen. Es ist rückführbar und arbeitet
definitionsgemäß zur jeweiligen Messgröße. Durch systeminterne Nutzung der
Daten erreicht es höchstmögliche Genauigkeit, es bietet Kohärenz der
Proben und Daten und ein Maximum an Korrektheit durch Driftkompensation und
Justierbarkeit. Die Messung läuft automatisiert; sie ist einfach und
komfortabel anwendbar, nutzt die eingesetzte Sensorik vollständig und virtuos.
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