Viskosität


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Viskosität, Viskosimeter, Viskosimetrie, Messgerät

 Viskosität, Rheologie 

(IMETER Methoden Nr.5, 6 und 20)

 

OViD-Messkörper bei der Messung der Viskosität
OViD-Messkörper
(
zu Methode Nr.6)


Kugel-OViD, "Viskowaage"
(Methode Nr.5)

"Viskositätsmessung" an kristallisierender Schokolade mit der Gillmore-Nadel
"Viskositätsmessung" an hart werdender Schokolade mit der Gillmore-Methode
(
Methode Nr.20)


imeter 4 - in einem Labor

IMETER 4:
• "ist eine mehrdimensionale Formel"

Abläufe, Bedingungen einfach anwenden oder Verfahren modellieren (statt programmieren).
•  Zubehör und Messkörper einfach anwenden oder auch selber bauen und kalibrieren.
• Ergebnisse auf höchstem Niveau und sehr vergleichbar.

 

Die Viskosität (Zähigkeit, innere Reibung) ist eine durch molekulare Wechselwirkung hervorgerufene Eigenschaft der Materie. Unter den Stoffeigenschaften wird die Viskosität systematisch als Transportgröße klassifiziert. Allgemeine Informationen zum Thema können Sie über die Hyperlinks in der Tabelle unterhalb finden. - Für das Verständnis der Beschreibungen zu den IMETER-Messverfahren sind gewisse Grundkenntnisse verständnisverbessernd und wertsteigernd.
 

 Allgemeine Info

Immer empfehlenswert, sich mit Wikipedia einen Überblick zu verschaffen. Sie finden zum Themenkreis Viskosiät, Rheometrie / Rheologie sehr gute Seiten unter www.rheologe.de

  IMETER - Infos

zur OViD-Methode
(Methode Nr.6, Spezifikation, Beschreibung, Vernüpfungen)

zur Gillmore-Methode
(Methode Nr.20, Übersicht, Beispiele)

 


Mit IMETER können zur Messung verschiedene Methoden / Verfahren angewendet werden und diese können, wie immer, auch sehr variantenreich (Zubehör, Abläufe, Messbereiche) und multimodal (Verfahren) angewendet werden:

Für den niederviskosen Bereich zwischen 0.1 bis 1500mPa·s steht die OViD-Methode (IMETER Methode Nr.6) zur Verfügung, die hier im wesentlichen besprochen wird. Sie erinnert, oberflächlich, an den "Auslaufbecher", hat damit aber nichts zu tun. Die exakte(ste) Mitermittlung der Dichte ist für dieses Messverfahren notwendig, weil das spezifische Gewicht zur genauen Berechnung des hydrostatischen Druckes erforderlich ist. Das Verfahren arbeitet über die direkte Quantifizierung der Masseströmung und Druckbestimmung über einer Vorrichtung zur Erzeugung laminarer Strömungen (z.B. Kreisloch- oder Ringspaltkapillare(n)). Wobei eine instationäre Strömung auftritt, deren höchstes Geschwindigkeitsgefälle 500[1/s] kaum überschreitet und die typischerweise die maximale Reynoldszahl zu Re = 0.1 bis 0.7 erreicht (Beispiele unten). Im Normalfall bleibt Remax.<0.3 und das Geschwindigkeitsgefälle (Schergeschwindigkeit) < 500/s. Die Viskosität ergibt sich aus der Geschwindigkeit des Druckabfalles. Dieser ist auf einer logarithmischen Basis für Newtonische Fluide linear. Abweichungen vom linearen Verhältnis von Druck und Volumenstrom erlauben eine rheologische Charakterisierung. Als Rheometriegerät ist die OViD-Methode auch besonders deshalb interessant, da sehr kleine Geschwindigkeitsgefälle (Schergeschwindigkeiten, Schubspannungen) realisiert werden können und diese sich über geometrische Größen herleiten lassen und die einfach und frei einstellbare sind.

DivA (IMETER Methode Nr.5) erinnert an das Kugelfallviskosimeter bzw. die "Viskowaage". Dabei wird ein Zylinder mit der Wägezelle verbunden und das Messgefäß wird auf und ab bewegt, wobei eine stationäre Umströmung erreicht wird. Die Methode wird ebenfalls durch Symmetrie relativ einfach handhabbar. Denn mit der Zusammenfassung gleich schneller Auf- und Abbewegungen fallen einige strömungstechnisch komplizierten Sachverhalte weg. Abweichungen vom Newtonischen Verhalten, d.h. die Nicht-Proportionalität von Schubspannung und Geschwindigkeitsgefälle, ergibt sich bei der Messung mit verschiedenen Beweggeschwindigkeiten  daraus sehr einfach.
Neben Viskosimetrie bzw. Rheometrie kann ebenfalls die Densimeter- (Dichtemess-) und Tensiometer- (Oberflächenspannungsmess-) Funktion mit dem Messkörper eingesetzt werden. Außerdem soll - dank der idealen Kugelform - hier noch die Sedimentationsmessung angeschlossen werden. (Die Methode Nr.5 ist noch in Bearbeitung und kann daher nicht geliefert werden!
).

Die Gillmore-Methode (IMETER Methode Nr.20), beruht auf einer mechanischen Spannungsmessung, wobei ein gerader Kreiszylinder in die Probe gedrückt wird. Das Verfahren ist für Stoffe mit hoher Fließgrenze und für mittel- bis höchstviskose Materialien anwendbar. Der Messbereich der Methode erreicht auf IMETER 4/5 bis über 1015 mPa·s.
Die Viskosität h kann aus der Kraft Fe, der Eindringgeschwindigkeit vM und geometrischen Verhältnissen bestimmt werden (r Radius des Zylinders, r
g Gefäß- bzw. Probenradius, h Höhe, l Eintauchtiefe):

 

Diese Universalmethode dient aber auch zur Objektivierung klassischer Konsistenzeigenschaften (metrologisch), verbindet Härte mit Viskosität und macht insbesondere eine durch den Messeingriff ungestörte Beobachtung von zeitlichen Eigenschaftsausbildungen zugänglich (aushärten, erweichen, gelieren etc.).

Auf dieser Seite werden im Folgenden die physikalischen Aspekte des viskositätsspezifischen Teils der OViD-Methode eingehender dargelegt. Der Gedanke, eine Messung als Prozessgeschehen - als Abfolge von Einzelvorgängen - darzustellen, wird auf der Seite Messen als Prozess (Viskosität, Dichte, Oberflächenspannung) erläutert. Ferner ist die Kalibrierung der Viskosität ein weiterer, mit frischem Wind durchsetzter, Themenkreis.  


 

OViD-Messung in einer  hohen Temperiermesszelle
OViD-Messung in einer  hohen Temperiermesszelle - gesättigte Dampfatmosphäre, gesicherte gleichmäßige Temperatur. Rezepturentwicklung und/oder on- und inline- Messung.

 

Prinzip der OViD-Viskositätsmessung

Prinzip der OViD-Viskositätsmessung

 

Ringspaltkapillare für niedrige und extrem niedrige Viskositäten - hochvolumiger, laminarer Fluss.
... und sehr einfach zu reinigen
 

Ringspaltkapillare für niedrige und extrem niedrige Viskositäten - hochvolumiger, laminarer Fluss.
...
und sehr einfach zu reinigen

 

 OViD auf imeter 3 - mit Blick in die halbgeöffnete Messzelle
OViD auf IMETER 3 mit Blick in die halbgeöffnete Messzelle

 

 

"OViD" ist eine Abkürzung für die simultane Bestimmung von Oberflächenspannung, Viskosität und Dichte. (Auf die Messeinrichtung, Ring oder Platte, für die Oberflächenspannung kann übrigens einfach verzichtet werden).
 

Echtzeit - Viskositätsmessung - online und inline

    Wie andere IMETER-Messverfahren, ist auch die Viskositätsmessung Online. Das Ergebnis kann sofort ausgegeben werden und - das ist spannend - zur Regelung innerhalb des Ablaufs auf der Ebene des Messprogramms verwendet werden.  So kann inline (Bypass) oder online (Messzelle) die Produktion bzw. ein Reaktionsablauf verfolgt und gesteuert werden. Besonders interessant sind die Vorhersagefunktionen (Zeit-Extrapolation), wenn beispielsweise bei einem einfachen Mischprozess (auf Basis von Viskosität [Produkteigenschaft] und Dichte [Produktzusammensetzung]) die vorrausichtlich noch benötigte Misch- oder Rührzeit  geschätzt werden soll oder wenn dadurch sichergestellt werden kann, dass eine Reaktion zum Ende gekommen ist.
     Dies sind Abwendungsmöglichkeiten. Aber IMETER ist auch schlicht ein Messgerät für den einfachen Anwendungsfall, der Ermittlung der Viskosität. Dabei ist von besonderem Vorteil, dass die Erhöhung der Aussagesicherheit einfach durch (mehrfache) Wiederholung der Messung - was keine Arbeitszeit kostet - statistische Sicherheit hinzufügt.

 

 Prinzip

Die Skizze, links unten, zeigt das Prinzip der OViD-Viskositätsmessung. Der Messkörper ist ein voluminöser Becher mit einer Öffnung im Boden, über die das Fluid in den Messkörper eindringt oder aus ihm ausfließt, wodurch dieser - teilweise eingetaucht - leichter oder schwerer wird.
     Die Messung der Viskosität erfolgt zwischen Gleichgewichtszuständen: Der Messkörper wird im Messablauf so positioniert, dass der Pegel des Fluids im Messkörper ein Stück weit über dem inneren Boden des Messkörperholraums zum Stehen kommt (linkes Teilbild). Der entsprechend nivellierte Zustand, der (z.B.) drucklose Gleichgewichtszustand, ist durch eine gleich bleibende Kraft bestimmt, wodurch das Ende der Fliessvorgänge angezeigt wird.
Daraufhin wird die Messzelle um eine definierte Strecke tiefer gesenkt und, während der Nivellierung, wird die zeitlich sich ändernde Kraft aufgezeichnet. Sobald der vordefinierte Endzustand erreicht ist (definiert über das Unterschreiten einer Laständerung oder durch das Erreichen des perfekt nivellierten, kraftfreien Gleichgewichts), wird dann durch Anheben um exakt dieselbe Strecke, der umgekehrte Vorgang mit den gleichen Kriterien zeitlich vermessen.
Die Vorgänge sind symmetrisch - es wird keine neue Oberfläche gebildet und es treten mit dem Ein- und Ausströmen nur Kontaktwinkel auf die sich mit der Zusammenfassung beider Fließvorgange eliminieren. So muss sich die mathematische Annäherung nicht mit der kinetischen Energie befassen oder Einlaufbeschleunigungen in Rechnung stellen. Die sonst bei der Kapillarviskosimetrie zu beachtenden Korrekturen (Hagenbach - Couette, Weissenberg - Rabinowitsch) sind nicht einschlägig bzw. in der Überprüfung von minder wichtigem Einfluss. Und sollten dennoch bei Extremmessungen, Grenzfälle in Erscheinung treten, bei welchen die Linearität des - quasi K-Wertes  - in Frage steht, kann (kann!) ein entsprechend gewichteter (least square) polynomischer Fit der Mehrpunktkalibrierung der Kapillare komplizierte Verstrickungen in die Strömungsmechanik umgehen. --- Darum muss sich ein User nicht kümmern (Messkörper werden spezifiziert und kalibriert geliefert), als elaborierter Anwender kann man sensible Bereiche später, nach Messungen nach-kalibrieren und sich auf Mausklicken beschränken (vgl. Kalibrierung der Viskosität).

Ein wichtiger Punkt des Rechenalgorithmus ist die Betrachtung vom Ende des Fließvorgangs her. Denn am Anfang erfolgt (ggf.) ein Druckstoß und der quasi instationär-stationäre Strömungszustand bildet sich erst noch aus.

 

 Beispiel und Berechung

Die Ausführungen sollen anhand einer Beispielmessung verfolgt werden. -

Die IMETER-Software bietet im Framework die Möglichkeit die Rohmessdaten zu überprüfen und Rechnungen nachzuvollziehen. Innerhalb des Methoden- und Berichtsmoduls stehen jedoch auch noch sehr einfach verwendbare Möglichkeiten zur Verifizierung einer Messung zur Verfügung:

Das Diagramm zeigt die verwendeten Rohdaten von einer Messung an einer Polyurethankomponente (Lupranol®, ein Polyetherpolyol [ID6222]), wobei die Messung zwischen 70 und 120°C erfolgte. Die bogenförmigen Kraftverläufe des Ein- und Auslaufens werden mit zunehmender Temperatur steiler - die Viskosität nimmt ja mit der Temperatur sehr stark ab.

 

Wie, nun, bekommt man aus solchen Kurven die Viskosität?

Die Grundlage bildet das Gesetz von Hagen-Poiseuille, das hier, in untypischer Weise, nach der Viskosität (h) umgestellt ist:

  (Hagen Poiseuille)

Die dynamische Viskosität (h) kann bei einer gegebenen Röhre der Länge (lKap.) und des Radius' (RKap.) über die Messung des Druckabfalles (Dp) und des in der Zeit (t) die Röhre durchströmenden Volumens (V) erfolgen.

Die Konstanten können für eine Kapillare zusammengefasst werden zu einem Ch :


Dies ist die Sichtweise beim OViD-Verfahren.
Eine genaue Beschreibung ist in der Methodendokumentation gegeben - hier soll lediglich das Prinzip beschrieben werden.

 

Zusammenbau eines Messkörpers

Teile  eines OViD-Messkörpers

 

Wie werden aus den Messdaten Druck (Dp) und Volumenstrom (V) erhalten?

Für die Angabe des Volumenstroms pro Zeit, hier als DV angegeben, lässt sich aus geometrischen und hydrostatischen Gegebenheiten die folgende Beziehung herleiten:

(Volumen)

Dabei ist DFh die gemessene Kraftänderung zwischen zwei Messwerten, DV das dabei in den OViD-Messkörper einströmende Volumen. r ist die Dichte des Fluids (bzw. mit Dr als Dichtedifferenz der Phasen), g ist die lokale Fallbeschleunigung. Vom Zubehör werden die Variablen ra, der Außenradius des zylindrischen Teils des OViD-Messkörpers und R, der Innenradius der zylindrischen Messzelle eingesetzt.

Der hydrostatische Druck ist von der Höhe des Niveauunterschieds, H(t), abhängig. Er beträgt jeweils:

 p(t) = H(t)· Dr·g   bzw.   DP(t) = H(t)· r·

Mit Einbeziehung der geometrischen Gegebenheiten (Zylinderstücke) nach:
  

ergibt sich der jeweilige Druck also nach:

(Druck)

DP(t)     :           Druck über der Düse zur Zeit t
(mit t = 0 zum Zeitpunkt der Positionierung).

Vges     :           Insgesamt, bis zur Niveaugleichheit eingeflossenes Volumen
(In Bertacht stehendes Volumen - es ergibt sich aus DF bzw. -DV zwischen nivelliertem Kraft-Endwert und erstem gültigen Kraftmesswert F).

V(t)       :           Eingeflossenes Volumen zur Zeit t.

ri          :           Innenradius des OViD- Messkörpers.

 

Der Druckverlauf im Beispiel (Polyetherpolyol, zwischen 70 und 120°C mit je drei Messwerten im Abstand 5K), wie er sich aus den oben gezeigten Rohdaten nach den Gleichungen errechnet, verhält sich folgendermaßen:

bzw. logarithmiert:

 

Die Berechung ist auf den Druckbereich oberhalb eines Niveauunterschieds von 0.5mm beschränkt. Anm.*)

 

Ein Nicht-newtonisches Verhalten von Fluiden drückt sich in der Biegung der Druckgeraden - als (nicht-) Proportionalität von herrschendem Druck und fließender Menge aus. 

     Das Kriterium für die Viskositätsberechnung, die ja für die Messergebnisse mit Normalflüssigkeiten kalibriert wird, wird die invertierte Kurvensteigung dieser Geraden verwendet. (Diese wird mit der Dichte multipliziert, um aus der kinematischen zur dynamischen Viskosität zu kommen). Der Achsenabschnitt - anstelle eines "K-Wertes" - bei der Kalibriergerade (vgl. erstes Diagramm in Kalibrierung der Viskosität) kommt daher, dass mit der Positionierbewegung, je nach Viskosität, schon etwas Fluid geflossen ist.
 

Absolutviskosimeter - Normalviskosimeter

Mehr von akademischem Interesse ist, dass mit der OViD-Methode Absolutmessungen der Viskosität vom Prinzip her und auch in der Wirklichkeit möglich sind [Rückführbarkeit der Viskosität auf Länge, Zeit und Masse in SI-Einheiten], wie es das folgende Diagramm zeigt:

**)Anm
 

Weiter unten auf dieser Seite sind weitere Beispiele zu Viskositätskurven gegeben (Trinkjogurt, Druckfarbe und Isocyanat).
In der tabellarischen Zusammenfassung (im Prüfbericht) wird die rheologische Charakteristik (Strukturviskosität / Dilatanz) zu jedem Einzelergebnis deshalb - weil nicht benötigt - ohne Bezug auf die Kapillare angegeben.


Die Temperatur -Korrektur von Messwerten wird wird nach der für Glas-Kapillarviskosimeter üblichen Weise eingesetzt. Als Ergebnis liefert die IMETER Software unter Anderem auch die Gleichung und grafische Darstellung zur Temperaturabhängigkeit der Viskosität:

 

Summary zur Viskositätsmessung, dem Prüfbericht entnommen:

 

...

• Viskosität

33 Messwerte, Temperaturbereich 70,10 bis 120,15 °C (DT= 50,05 K),
                     Zeitspanne 16,3 bis 426,4 min.

Ergebnis (97,5°C):             8,83 ± 0,13 mPa·s bzw. 8,91 ± 0,13 mm²/s

Angegebener Fehler:       ± 0,13 mPa·s aus 1,5%-Schätzung

Temperaturabhängigkeit n.d.Gl.:

      ƒ(T)= exp(7,2990 -0,074035·T[°C] +2,206821E-4·T[°C]²)
                r²=0,99990, s²=1,05E-2

Standardabweichung: ± 0,10 mPa·s absolut, 1,1% relativ
                (Messwertestreuung zur Gleichung)

Temperaturkoeffizient: 0,27 ± 0,01 1/K bei 97,5°C
                (Gradient: 3,1%)

...

 

 

Als Ergebnis einer einfachen, automatisch ablaufenden Labormessung und auch ohne, dass besonderes Zubehör zum Einsatz kam, die Probe gefiltert wurde etc., ist eine Standardabweichung von 1.1% über die Temperaturspanne von 50K mehr als beachtlich (mit hochglatt poliertem Messkörper in exakt rundgeschliffenem Röhrengefäß und mit Verkleidung der Messkammer und genauerer [geduldigerer] Temperierung, Filtration der Probe, genaueren Nivellierkriterien, ist noch reichlich Spielraum für noch höhere Präzision gegeben).


 

Ergebnisdiagramme zu Oberflächenspannung und Dichte des Beispiels:

 

 


 

 

Beispiele zu Viskositätskurven

Joghurt (Trinkjoghurt, Actimel®, zwischen 5 und 23°C) mit ausgeprägter Strukturviskosität

 

Eine Druckfarbe mit komplizierter Rheologie

 

(ID6248)

Ein 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat (Lupranat®) zwischen 70 und 120°C

 

 


lokale Links zur OViD-Methode:

Über das OViD-Verfahren 

Kalibrierung der Viskosität

Ablauf bei Produktprüfungen

Zur Oberflächenspannung

 Zur Dichtemessung


Wir würden uns freuen, wenn es uns gelungen wäre, Ihnen die phantastische Vollständigkeit und Richtigkeit der OViD-Methode halbwegs nachvollziehbar darzustellen - wenn Sie dann noch das Konzept von IMETER begriffen haben und die unglaublich einfache Bedienung (sich zeigen lassen), dann mag Ihnen, was es sonst und im Vergleich so gibt, vorkommen, so wie uns.

intelligenter messen.


letzte Änderungen 06. Juni 2009

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*) Anmerkung:   ... Deshalb läuft die flachste Druckkurve, entsprechend dem auch flacheren Rohdatenverlauf zur Nivellierung, nicht bis 65 Sekunden sondern nur knapp bis 40 Sekunden. Weiter zur Nivellierung hin, verlaufen Drücke, d.h. evtl. die Viskosität, bei vielen Flüssigkeiten recht eigenartig. In Ermangelung bisheriger Nachfrage oder Diskussionspartner, die dies sehen oder verstehen wollten, wurde die Zusammenhänge nicht weiter verfolgt - also, für extrem kleine Drücke - wie sich ein Fluid verhält, wenn es drucklos, d.h. bei Geschwindigkeitsgefälle gegen 0, wie es eben Eintritt, wenn Lack oder Tintentropfen schweben oder auf Oberflächen (zu Ruhe) kommt ... . Ein gewisses theoretisches Problem besteht in der Behandlung der Randwinkeln von Fluid Messkörper/Messzelle, da eine gewisse Asymmetrie vorliegt. Wenn jedoch nur mit ganz geringen Drücken, z.B. durch Vertikalbewegung von z.B. 0.1mm als Auslenkung aus einer Gleichgewichtslage gemessen wird, können Randwinkel wahrscheinlich vernachlässigt werden. Der Clou der OViD-Viskositätsmessung (mit rheologischer Dimension), ist dass die Normierung des Verfahrens schon in der Flüssigkeitseigenschaft selbst steckt (...). Gelingt es, die Viskosität als Grenzwert bei Geschwindigkeitsgefälle Null zu definieren [man könnte endlich metrologisch - und weg vom Wasserbezug - die "Viskosität" sauber verankern], dann könnten Viskositätswerte thermodynamisch oder biologisch ernster genommen werden. Auch Fließgrenzen ließen sich evtl. für hinreichend wenig thixotrope Fluide mit ähnlichen Methoden besser fassen. Auch ohne Schererwärmung, Orientierung, Disaggregation, jedenfalls  (Zurück).
 

**) Anmerkung: Die Verläufe der Viskositätskurven sind unruhig - denn jeder einzelne von vielen Kraftmesswert wird in dieser Darstellung zu einem einzelnen Viskositätswert; Es wurden dabei die Ausgangswerte telle quelle, ungeglättet und ungefiltert verwendet. Und auch weil für Druck, Volumen und Zeitinkremente gleiche Messwerte verwendet werden, vergrößert sich das Rauschen. 
Für eine Kreislochkapillare wird das Geschwindigkeitsgefälle nach 4·V•/(p·R3) berechnet [ohne Korrektur nach Weissenberg Rabinowitsch].  Für die prinzipiell frei wählbare Kapillargeometrie - in den relevanten Rechungen, oben, taucht diese ja nicht auf - bereitet das Äquivalent zu R4 im Hagen-Poiseuille'schen Gesetz für Nicht-Kreislochkapillaren Probleme. (Zurück)