Methoden, Oberflächenspannung, Grenzflächenspannung,
Tensiometrie
Zur Oberflächenspannung
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imeter
intelligenter messen.
imeter.
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Oberflächenspannung, Formelzeichen
g, ist die an der Oberfläche von Flüssigkeiten auftretende
physikalische Erscheinung, die aufgrund der Molekularkräfte der
Flüssigkeit bewirkt, dass deren Oberfläche möglichst klein wird. Die
Oberfläche verhält sich dabei wie eine gespannte, scheinbar elastische
Haut. Je größer der Wert der Oberflächenspannung ist, desto gespannter
scheint diese Haut zu sein. Die Oberflächenspannung ist eine auf
Verunreinigungen teilweise äußerst empfindliche Materialkonstante. Sie
nimmt mit zunehmender Temperatur ab; die Eigenschaft verschwindet bei der
kritischen Temperatur. Die gebräuchliche Einheit ist mN/m.
Synonyme, teilweise veraltete Begriffe, sind (spezifische)
Oberflächentension [dyn/cm],
Kapillarität, Kapillaritätskonstante [erg/cm2],
(spezifische) (freie)
Oberflächenenergie [mJ/m2], Englisch: surface Tension,
surface free Energie. Die Oberflächenspannung ist für Benetzungsvorgänge,
Adhäsion und Adsorption, also das Geschehen an Grenzflächen entscheidend.
Unter Grenzflächenspannung (Grenzflächentension, interfacial
Tension) versteht man den selben Spannungs-Effekt, aber zwischen
kondensierten Phasen. Bei der Grenzflächenspannung überlagern sich die
molekulare Kräfte der Einzelphasen und wechselwirken über die Grenzschicht
miteinander. Der Betrag der Grenzflächenspannung kann nicht aus
Oberflächenspannungen beteiligter Phasen hergeleitet werden, da
ungleichnamige Kräfte an ihrem Zustandekommen mitwirken. Da eine völlige
nicht-Wechselwirkung ausgeschlossen werden kann, ist die Grenzflächenspannung
zwischen zwei Flüssigkeiten immer kleiner, als die Differenz der
Oberflächenspannungen beider Flüssigkeiten. |
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Zur Oberflächenspannung, physikalische
Veranschaulichung: In einem Drahtrahmen ist ein Flüssigkeitsfilm
aufgespannt (Fig. links). Indem der Bügel im Rahmen verschiebbar ist,
kann der Film auseinandergezogen werden. Um den Bügel nun um die Strecke
Ds gegen die Kraft F zu bewegen, muss Arbeit geleistet werden
(Arbeit=Kraft x Weg, also W = F·Ds).
Durch die geleistete Arbeit wird neue Oberfläche geschaffen. Die neue
Oberfläche (DA=A-A') ist
DA = 2·Ds·h;
"2·Ds", weil neue
Oberfläche auf Vorder und Rückseiten des Rahmens gebildet
wird. Die Oberflächenarbeit ist also Wo= F·Ds =
F·DA /(2·h).
Nach Division durch DA ergibt sich:
Wo / DA
=
F / (2·h) =
g
Der Quotient "aufgewendete Arbeit pro erzeugte Oberfläche"
ist eine Konstante: g, die
Oberflächenspannung der Flüssigkeit.
[Einheiten: N·m/m2
= J/m2 = N/m bzw. in der 1/1000 Einheit
handlicher: mN/m]. Die Oberflächenenergie ist reversibel - sie wird beim
Zurückschieben des Bügels im gleichen Ausmaß, proportional zu
DA und
g wieder frei. (Ohne Austausch von Wärme mit der
Umgebung, also adiabatisch, wird der Film durch Oberflächenvergrößerung
abgekühlt bzw. umgekehrt erwärmt - wie bei einem zweidimensionalen Gas).
Bild links, die Quantität der Oberflächenspannung:
es wird manchmal missverstanden, was Oberflächenspannung anschaulich bedeutet:
Bei gleicher Schwerkraft, die auf die Flüssigkeiten (1) und (2) wirkt, ist bei
größerer Spannung die
Krümmung der Oberfläche geringer, die sich z.B.: an einer bentzbaren Gefäßwand
bildet. Die Oberflächenspannung von (1) ist
also größer als bei (2).
... Die Flüssigkeit (2) bildet kleinere Tröpfchen, sie spreitet leichter, die
Kraft, um einen durch sie benetzten Körper von der Oberfläche abzuziehen ist
geringer ...
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->Inhal
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Älteren Quellen [14]
ist zu entnehmen, dass dem Phänomen Oberflächenspannung und seiner Messtechnik
einige Bedeutung beigemessen wurde. Man findet, und es ist wie ein "Who
is Who" der früheren Physik, Namen wie Gay-Lussac, Gauss, Gibbs, Röntgen,
Schrödinger, Kelvin, Rayleigh, Laplace, Pascal, Young u.a. - Zur Bestimmung der Oberflächenspannung
sind aber nicht deshalb verschiedene Methoden entwickelt worden. Es gibt
schlicht viele Zusammenhänge. Neben den heute bekannten Messverfahren, sollen in
der nachfolgenden Auflistung auch historische erwähnt werden und auch
solche, die nicht ausschließlich für die Messung der Oberflächenspannung
vorgesehen sind. Die Grenz- und Oberflächenspannung wird aus direkt
messbaren Kräften oder aus Effekten der Kraftwirkung ermittelt:
- die Benetzungskraft bzw. Meniskusgewicht
(DeNoüy-Ring, Wilhelmy-Platte, Lenard-Bügel) (D/ [S])
- die direkte Kapillarwirkung
(Steighöhenmethode) (S)
- der Druck in Hohlräumen (Blasendruck)
(D, S)
- das Tropfengewicht (Tropfenvolumen,
Stalagmometer) (D)
- die Ober-/Grenzflächengestalt (pendant
drop, Oberflächenwellen, dynamisch Lichtstreuung) (S)
Man unterscheidet dynamische (D) und statische (S) Verfahren. Dynamisch heißt, dass
bei der Messung permanent neue Oberfläche geschaffen wird bzw. ein
Kräftegleichgewicht nicht auftritt, statisch, dass zur Messwertablesung eine Oberflächen-Neubildung
nicht erfolgt und ein Kräftegleichgewicht herrscht. Referenz- bzw.
Präzisionsmessungen werden, statisch, insbesondere mit der
Steighöhenmethode in Kapillaren ausgeführt (Methode 3.). 1.
Ring-Methode (Lecomte De Noüy) Bügel-Methode
(Lenard) : Tensiometer
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Zur
Bestimmung der Oberflächenspannung wird die Ringmethode
nach DeNoüy weit verbreitet eingesetzt - Der Lenard Bügel
funktioniert analog. ZUr Messung wird ein Drahtring oder eben ein Bügel unter die
Flüssigkeitsoberfläche eingetaucht. Mit dem Herausziehen des Messkörpers (=Ring
oder Bügel) wird an diesem eine Flüssigkeitsmenge mit angehoben (vgl. Bild rechts)
und es nimmt die Zugkraft entsprechend dem Gewicht der Lamelle (vgl. Diagramm
unten) beim Herausziehen zu.
Die Maximalkraft, sie tritt vor dem Abriss der Lamelle vom Messring (was zu
vermeiden ist) auf, ist der
Oberflächenspannung der Flüssigkeit proportional. Wird analog eine Lamelle
zwischen zwei nicht mischbaren Flüssigkeiten gebildet, so erhält man die
zwischen beiden Flüssigkeiten wirkende Grenzflächenspannung. Hier spielt der
Dichteunterschied der Phasen jedoch eine entscheidende Rolle beim Bezug.
DIN
53914, Bestimmung der Oberflächenspannung - Prüfung von Tensiden
DIN
53993, Bestimmung der Grenzflächenspannung - Prüfung von Tensiden - Bügel
oder Ringmethode
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g =
Fmax./4·p·R·
f1·f2
:
Die
Ober- bzw. Grenzflächenspannung (g)
ergibt sich aus der Maximalkraft (Fmax.) und dem Ringumfang (mittlerer Radius
R).
Der Korrekturfaktor f1 (nach Harkins und Jordan [5] oder Fox
und Chrisman [8]
oder Zuidema und Waters[7]
u.a.) wird aus der Ringgeometrie (Radius und Ringdrahtstärke),
der Dichtedifferenz der Phasen und dem Zahlenwert des Terms Fmax./4·p·R berechnet. bzw. Tabellen entnommen.
Der Faktor f2 wird durch Kalibrierung mit
Referenzflüssigkeiten gebildet und ist ein Korrekturfaktor. Dieser
berücksichtigt proportionale Abweichungen, wie Gefäßoberfläche und die
Diskrepanz von idealer und realer Ringgeometrie (Unrundheit und Unebenheit).
Diagramm 1: Kraft gegen Lamellenhöhe,
typisches Aussehen einer Messkurve mit der Ringmethode. |
Als Standardmethode in der industriellen
Praxis hat sich die Ringmethode über die Jahrzehnte etabliert und wird
vielfach in technischen Normen vorgeschrieben. Sie hat einige Vorteile; weiter
unten werden Aspekte der Methode genauer besprochen.
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Die
Methode wird zur Messung der Oberflächenspannung, aber modifiziert auch zum
Studium des Kontaktwinkels (Wilhelmy-Platte
Typ II) eingesetzt. Dabei wird eine Platte mit der Oberfläche
einer Flüssigkeit in Kontakt gebracht. An der Kontaktstelle bildet sich ein
Meniskus. Durch den Meniskus wirkt zwischen Platte und Flüssigkeit eine
Kraft, die von der Benetzung herrührt und zusammen mit der Geometrie der
Platte direkt die Oberflächenspannung zu berechnen ermöglicht - wenn die
Platte total benetzbar ist.
DIN
53914, Bestimmung der Oberflächenspannung - Prüfung von Tensiden
g =
F/p:
Die Oberflächenspannung (g)
ergibt sich aus der Kraft (F) und dem Plattenumfang (p).
Anstelle einer Platte können auch
Körper mit anderer Geometrie eingesetzt werden.
Mit
g =
cos(q)·F/p,
bzw.
cos(q) =
g·p/F
wobei q
der Benetzungswinkel (=Kontaktwinkel, =Randwinkel) der Flüssigkeit an
einer Platte oder anderen senkrechten Oberfläche ist, kann bei
bekannter Oberflächenspannung die Benetzung der Festkörperoberfläche
mit q
angegeben werden. |
Die
Steighöhe in Kapillaren dient zur Messung der Oberflächenspannung. In einer
vertikale ausgerichteten Kapillare (Röhre) steigt die Flüssigkeit hoch. Über die Steighöhe,
die Dichte der Flüssigkeit und den Kapillardurchmesser kann die Oberflächenspannung
berechnet werden. Schwierig ist unter anderem das korrekte Ablesen der
Kapillare und bei viskosen Flüssigkeiten, das Ende der Anstiegsbewegung festzustellen.
Wie bei der Wilhelmy-Methode ist totale Benetzung - der inneren
Röhrenoberfläche - eine Funktionsvoraussetzung.
g
= h·r·g·r/2
: Die Oberflächenspannung (g)
ergibt sich aus der Steighöhe (h), der Dichte
(r) und
Fallbeschleunigung, sowie dem Röhrenradius (r). Bei unvollständiger Benetzung
gilt: g
= h·r·g·r/(2·
cos(q))
mit, dem Kontaktwinkel (q).
4.
Tropfenmasse: Tropfenvolumen-Tensiometer, Stalagmometer
Dabei
wird Flüssigkeit aus einer Kanüle gedrückt oder fließt durch ein speziell
geformtes Kapillarrohr
an dessen Ende die Tropfen langsam abfallen. Die gravimetrisch oder volumetrisch erfasste Tropfenmasse (unter Kraftwirkung der Erdanziehung)
erlaubt die Berechnung der Oberflächenspannung.
g
= f·V
·r/n
: Die Oberflächenspannung (g)
ergibt sich aus dem ausgeflossenen Volumen (V), wobei eine Anzahl von Tropfen
(n) gebildet wurde. Die Dichte (r)
- wird immer gebraucht - und ein Faktor f, der durch Kalibrierung mittels
Referenzflüssigkeiten ermittelt wird.
Besser als die letztgenannte Methode ist diese zur Erfassung
geschwindigkeitsabhängiger Effekte geeignet - wenngleich sie letztendlich, wie
eigentlich alle Messmethoden, statisch definiert ist. - Durch eine Kanüle wird
ein Gas in die Flüssigkeit gedrückt; die Bläschen wachsen und lösen sich ab
wobei die Druckschwankungen gemessen werden.
Der Gasdruck und die Bildungsgeschwindigkeit der Blasen hängen über die
Oberflächenspannung zusammen. Erhalten wird die (quasi-) Oberflächenspannung auch als
Funktion der Oberflächenbildungsgeschwindigkeit. - Bereits vor beinahe
100 Jahren wurde mit dieser Methode, bei sehr hoher Temperatur, an geschmolzenen Mineralien
die
Oberflächenspannung gemessen
[40], S.129: "Wenn die Methode durch äußerst langsame Druckänderung der
eingeblasenen Luft so viel wie nur möglich zu einer statischen geworden ist,
d.h. wenn man dabei so langsam verfährt, dass man den Endzustand durch eine
ganze Reihe von wirklichen Gleichgewichtszuständen der Blase erreicht,
so besteht zwischen der Oberflächenspannung und dem gemessenem Maximaldruck
eine einfache Beziehung..." .
g
= (Dp-r·g·h)·r/2
: Die Oberflächenspannung (g)
ergibt sich aus dem Überdruck (Dp),
dem Kapillar- = Blasenradius (r), sowie Dichte (r),
Fallbeschleunigung (g) und
Eintauchtiefe der Röhre (h).
(Die Herleitungen von Drücken / Oberflächenprofilen basiert auch in einigen
anderen Methoden auf der Laplace-Youngschen Gleichung: Dp'
= g·(1/ri+1/ra)
wobei der Druckunterschied von Blase zu Umgebung (Dp')
je nach Oberflächenspannung mit dem Krümmungsradius der Innen- und Aussenseite
ri nach ra verbunden ist.
6. Methode des hängenden Tropfens,
(Pendant Drop)
Die Gestalt eines
am Ende einer Kapillare hängenden
Tropfens unter dem Einfluss der Erdbeschleunigung, ist durch die Oberflächenspannung
bestimmt. Die Messwerte zweier Durchmesser des hängenden Tropfens, dem
maximalen und dem Durchmesser des Tropfens in der Höhe der Mitte der
Tropfenunterseite,
sowie die Dichte der Flüssigkeit müssen bekannt sein, oder gemessen werden.
Um zu entscheiden, ob die Tropfenform einem Gleichgewichtszustand entspricht,
existieren Kriterien. - Zur Bestimmung der Grenzflächenspannung kann der
Tropfen unter Zuhilfenahme einer Küvette in einer zweiten Flüssigkeit hängen.
g =
r·g·l/(1/r1
+1/r2):
Die Ober- bzw. Grenzflächenspannung (g)
ergibt sich aus der vertikalen Tropfenlänge (l) mit Dichte
(r),
Fallbeschleunigung (g)
und den Krümmungsradien des Tropfens an seiner größten Breite. (Die exakten
Gleichungen bei einigen der hier dargestellten Zusammenhänge sind i.d.R. etwas
komplizierter)
7. Sessile Bubble
Eine Blase wird unter einer planen, benetzten Platte angebracht.
g = Dr·g·r²/(b·f1²)
= Dr·g·h²/(b·f2²)
:
Die Ausmaße
des äquatorialen Radius (r) und der Abstand des Blasenäquators zur
Blasenunterseite (h) dienen zur Berechnung der Oberflächenspannung, bzw. zur
Berechnung der Grenzflächen-spannung zwischen zwei sich nicht mischenden
Flüssigkeiten (Dr
Dichtedifferenz). Die Geometriefaktoren b, f1 und f2 werden aus r und h
berechnet.
8. Methode des
liegenden Tropfens (sessile drop I)
Die
Bestimmung der Oberflächenspannung beruht auf der optischen Ausmessung der am Rand
gekrümmten, kapillaren Zylinderfläche, eines liegenden Tropfens, der sich
gemäß Dichte und Schwerkraft entsprechend deformiert.
Für die Grenzflächenspannung wird ein anderer
Oberflächenbereich ins Visier genommen (...mehr
dazu).
9.
Oberflächenwellen
Für Kapillarwellen bzw. Flüssigkeitswellen, die z.B. durch eine eintauchende
Stimmgabel auf einer Flüssigkeitsoberfläche erzeugt werden, gilt (nach
Kelvin):
g =
1/(2p·g) ·
n²·l³·r
- l²·r/(4·n²)
*)
Die Oberflächenspannung (g)
ergibt sich hier als (optisch bestimmte) Wellenlänge
(l) auf der Flüssigkeitsoberfläche und zwar aus der Schwingungszahl (n,
Frequenz der Stimmgabel), bei gegebener Flüssigkeitsdichte (r)
und Erdbeschleunigung (g) ([Lit.
58] Mit Behandlung der von Planck aufgeworfenen Frage, nach dem
Viskositätseinfluss auf die Messung der Oberflächenspannung).
*)Hinweis: die
Einheit der Oberflächenspannung ist um 1900 und in der, im Original
wiedergegebenen Gleichung, noch in der Dimension Masse pro Länge (g/cm).
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Grenzflächen und Festkörper ----------------
10. Kontakt- oder Randwinkelmessung
(sessile drop II): Goniometer
Bei der weit verbreiteten
Methode zum Studium der Benetzungseigenschaften wird (meistens) ein Tropfen einer bekannten Flüssigkeit auf einer zu untersuchenden
Festkörperoberfläche platziert. Oder, bisweilen wird auch ein Tropfen einer unbekannten
Flüssigkeit dann auf eine definierte Festkörperoberfläche gesetzt. Mittels einer
optischen Vorrichtung wird über die Tropfenoberfläche hinweg der Winkel
angepeilt, den der Rand des Tropfens mit dem Untergrund bildet.
DIN EN 828,
Klebstoffe - Benetzbarkeit - Bestimmung durch Messung des Kontaktwinkels und
der kritischen Oberflächenspnnung fester Oberflächen. ASTM
D 724-94 Standard Test Method for Surface Wettability of Paper (Angle-of-Contact
Method)
Mit der
Kontaktwinkel-Methode sind noch andere Techniken verwand, z.B. die Tropfenprofilanalyse, die neben dem
Randwinkel noch weitere Informationen liefert. Vorrück- und Rückzugs-benetzungswinkel (advancing, receding contact angle) können
durch Zudosierung oder Absaugung über eine Kanüle realisiert werden, die das
Tropfenvolumen verändern.
11. Steighöhen
Methoden bzw. Wilhelmy-Platte (Typ II)
Eine weitere Methode ist auch als
"Steighöhenmethoden" bekannt, die zur Bestimmung des Kontaktwinkels
verwendet wird, wobei die Steighöhe des Flüssigkeitsmeniskus auf einer
Oberfläche, z.B. einer Platte, optisch gemessen wird. Die Steighöhe
liefert bei bekannter Oberflächenspannung der Flüssigkeit den
Kontaktwinkel.
sin(q)
= 1- r·g·h²/2g
: Der Kontaktwinkel (q)
ergibt sich aus der Steighöhe (h) mit Dichte
(r)
und Oberflächenspannung (g)
der Flüssigkeit.
cos(q)
= F/(p·g
) : Mit einer Kraftmessung (F)
über die Platte mit dem gegebenem Umfang (p) - natürlich unter Beachtung
von Auftriebskräften und zu weiteren Differenzierungen mit Vorwarts-
oder Rückzugsbewegung der Flüssigkeit auf der festen Oberfläche (die
muss keine Platte sein) kann der Kontaktwinkel (q)
mit einer Kraftmess- und Positioniervorrichtung (imeter) gemessen
werden.
12.
Sauggeschwindigkeit (Steighöhen Methode, Pulver- und
Faserbenetzung)
Die Eindring- oder
Aufsauggeschwindigkeit einer Flüssigkeit in ein poröses Material
kann ebenfalls zur Bestimmung des Kontaktwinkels angewendet werden.
Filz, Flies, Fasergewebe, Papier oder Pulver werden mit einer
Flüssigkeitsoberfläche in Kontakt gebracht. Über eine definierte
Kontaktfläche von Körper oder bei Pulver, das in einer, per Fritte oder
Sieb unten durchlässig geschlossenen Röhre untergebracht ist, wird die
Flüssigkeit gegen die Schwerkraft durch die Kapillarwirkung der Poren
bei mindester Benetzbarkeit der Oberflächen aufgesogen. Vorrichtung resp. Körper
sind mit einer Wägevorrichtung verbunden. Der zeitliche Verlauf der
Gewichtszunahme wird aufgezeichnet.
cos(q)
= m²·h/(t·f·g·r²)
: Porengröße, Porendichte des
Materials, Oberfläche, Fallbeschleunigung und weitere Proben und
Apparatekonstante werden in einem Faktor vereinigt (f [summativ
ermittelt mit gleichem Probenmaterial/Zubehör und total benetzender
Flüssigkeit in einer Kalibrierung]), Dichte (r), Viskosität
(h) und Oberflächenspannung (g) der
Flüssigkeit werden als weitere Rechengrößen neben der aufgesogenen Masse
(m) und der Zeit (t) in der modifizierten
Washburngleichung benötigt.
13. Spinning Drop,
rotating Drop
Aus den geometrischen Maßen eines in einer Flüssigkeit rotierenden Tropfens
oder einer Blase wird die Grenzflächenspannung durch eine entsprechende Profilanalyse errechnet.
14. Testtinten (Union Carbide -
Methode)
Mit
einem Pinsel oder einem besonderen Aufziehgerät, etwa einem Rakel, wird eine Serie
standardisierter Flüssigkeiten (Testtinten) in der Reihenfolge ihrer
Oberflächenspannungen, auf den zu untersuchenden Untergrund aufgebracht. Wenn
eine Flüssigkeit nicht mehr benetzt, d.h. nicht innert 2 sec wieder
zusammenfließt,
dann entspricht die "Oberflächenspannung" (eher noch doppelt kursiv!)
des Feststoffs, derjenigen der Testtinte, die zuvorletzt verwendet wurde (einfaches Testverfahren,
mit begrenzter Aussagekraft, doch ohne
eigentlich wissenschaftlichen Anspruch, vgl.
Zismann-Verfahren).
DIN 53 364 ASTM
D 2578-84
15. Sonstige
Methoden
15.a Schwimmende Tropfen: ein Tropfen
schwimmt auf einer anderen Flüssigkeit; Berechnung der Grenzflächenspannung
zw. unmischbaren Flüssigkeiten über die Randwinkel die die
beiden Flüssigkeiten gegeneinander ausbilden.
15.b Schwingender
Strahl: aus einer ovalen Düse strömt Flüssigkeit frei aus einem Behälter.
Aus Amplitude und Frequenz des schwingenden Strahls kann die Oberflächenspannung
berechnet werden.
15.c Gefrorene Tropfen: Profilanalyse an einem unter
Schwerkraft auf nicht benetztem Untergrund erstarrten Flüssigkeitstropfens (z.B. von Metallschmelzen,
Gläser), recht ungenaues Verfahren; Auswertung vgl.
Methode 8..
15.d Dynamische Lichtstreuung: Laseroptisches Verfahren, wobei statistische Dichte/Temperaturfluktuationen in ihrer Auswirkung bei einer
Streulichtüberlagerung zeitaufgelöst analysiert werden. Die Methode erlaubt im
Prinzip mehrere thermophysikalische Stoffdaten zu ermitteln:
Oberflächenspannung (Oberflächenstreuung), Viskosität (Partikelstreuung),
Temperaturleitfähigkeit (molekulare Streuung), Schallgeschwindigkeit u.a.
(Info: Prof. Leipertz, Uni
Erlangen-Nürnberg).
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->Inhal
C. verschiedene Aspekte
Messprinzip und
Zweck
Das wie - des Messprinzips / die geeignete Vorrichtung - ergibt sich aus Zweck
und Ziel: Soll einfach nur die Oberflächenspannung
gemessen werden? Genügt ein ungefährer Wert oder soll sie genau bestimmt werden; oder vor
allem einfach? Sind zeitliche Veränderung von Bedeutung, Wirkungen von Stoffkonzentrationen (z.B. cmc-Bestimmung)
und
Mengen-Wirkungbeziehungen, Temperatur- oder Umgebungsabhängigkeiten (Druck,
Atmosphäre)? Sind Resultate des Verfahrens anerkannt? Oder ist für den
Zweck, die Messung einer direkten Eigenschaften-Superposition (Geschwindigkeits-abhängigkeit),
also quasi ohne eine Trennung
der physikalischen Einflussgrößen interessanter?
Eine Beschränkung der zur Auswahl stehenden Mittel kann durch die Eigenschaften der Proben vorgegeben werden. Fehlende Transparenz,
Aggressivität des Substrats oder eine höhere Viskosität schließt die Verwendung
einiger Methode aus. Und
selbstverständlich sind nicht alle Messprinzipien/Vorrichtungen vergleichbar im Hinblick auf
benötigte Probenmenge, Genauigkeit, Messauflösung
und Messbereich. Einschränkende Anforderungen kommen natürlich auch gerade aus
dem Umfeld des Einsatzes. In Forschung/Lehre oder spezialisierten Labors können
Messmethoden aufwendiger sein, also an die Qualifikation des Prüfers höhere
Anforderungen stellen, als dies in Betriebslabors möglich wäre. Andere
Anforderungsschwerpunkte bestehen für Einrichtungen zur Prozessmessung
(Sicherheit, Robustheit).
Und schließlich muss der apparate-technische Aufwand der Messvorrichtung und
Umstände der Reinigung sowie Probenzuführung in Betracht gezogen werden.
Gerade wenn man vor der Frage nach einer neuen
Beschaffung eines Instrumentes steht, ist nicht immer schon klar, ob nicht
weitere Anforderungen hinzutreten werden. Längerfristig gewinnt die Möglichkeit
die Funktionstüchtigkeit einfach zu überprüfen an Bedeutung. Und auch die Frage,
ob man sich nach Ablauf der Garantie noch selbst helfen kann. Funktioniert es
auch nach einer längeren Nutzungspause und ist dies einfach überprüfbar?
Und überhaupt: in welchem Verhältnis ergibt sich Aufwand zu Nutzen?
Wie kann die
Eignung eines Messgerätes geprüft werden?
- Ob's das Gerät grundsätzlich tut: Man sollte mindestens zwei
Standardflüssigkeiten, die leicht in hoher Reinheit verfügbar sind (z.B.
Hexan und Wasser), einfach messen und die Resultate mit Referenzwerten
vergleichen.
- Ob und wie gut der Zweck erfüllt wird: Nachdem das Ziel formuliert ist
(z.B. QS-Funktionen, Bereiche wissenschaftlicher Fragestellungen,
Anwendungsentwicklungen, Optimierungen, Screenings), ist zu prüfen inwiefern die
dazu passende Funktionalität vorhanden und bedienbar ist. Ist Zubehör
verfügbar und wie viel Arbeit bleibt zu tun übrig z.B. für Dokumentation,
Prüfmittelüberwachung, Ergebnisablage und nicht zuletzt für den Erhalt der
eigentlichen Aussage der Messung (Ziel/Erwartungswert, Bezug zu Referenzdaten),
etc..
zu imeter ...
Wir halten imeter in den meisten Fällen für die optimale Lösung - natürlich. Dies soll belegt werden, darum auch die ausführliche
Beschreibung. An der Vielfalt angefragter Anforderungen orientiert, wurde die Technik so entwickelt, dass
vielfältige
Anforderungen erfüllt werden, auch solche, die durch andere Mittel nicht
erreichbar sind. Wir favorisieren die Ringmethode - und zwar nach der Ausgestaltung, die sie im imeter-Kontext
erhielt, denn die Grundeigenschaft von imeter ist die Unabhängigkeit von Steuerung,
Zubehör/Messmittel, Messweise und Bewertung - was eine fundamental andere
Sichtweise bedeutet, als
die traditionell übliche. Die Handhabung entspricht eher einem aktiven Ausschnitt aus einem Physikbuch. Von heute aus gesehen -
und es ist nicht so wie bei den Altvorderen, die wohl um die Beschränkungen
ihrer Möglichkeiten wussten und entsprechende Methoden und
Verfahrensausbildungen wegen technischer Einschränkungen und nicht vorhandener
Rechnerkapazität anwenden mussten, stehen wir auch hier vor einer
"Postmodernen" Situation - die Technik scheint an einem Endpunkt angekommen. Das darf
doch gesagt werden, wenn nichts mehr zu wünschen übrig
ist, oder?
Allgemeine Ringmethode...
Für die Messung der Oberflächenspannung darf die Ringmethode (1.) per
imeter als vorzüglich angesehen werden: Sie kann dynamisch und statisch
ausgeführt werden, kann exakt, schnell und einfach Resultate liefern. Zeitliche
Veränderungen (physikalischer/chemischer Stoffumsatz) und Temperatur- und Konzentrationsänderungen
können mit geringem Aufwand gemessen werden. Die Messumgebung kann kontrolliert auf
verschiedene Bedingungen angepasst werden. Auch kann die imeter-Ringmethode für
eine sehr anspruchslose Bedienung ausgelegt werden oder in ein sehr komplexen
Zusammenhang integriert sein. Sie kann für Regelungsaufgaben und Prozessmessung eingesetzt werden
und ist auch hier in Punkto Wiederholgenauigkeit und Langzeitstabilität non plus
ultra (mit der Messzellentechnik, und der unterbundene Nullpunktsdrift -
versteht sich). Einzig, die Empfindlichkeit des Messrings gegen Verbiegen ist ein Punkt,
der feinmotorische Vorsicht vom Hantieren erfordert. Aber was bedeutet dies
schon, gegen den Gewinn an Sicherheit und all den Freiheitsgraden? -
Insbesondere, verglichen mit traditionellen Methoden, die sozusagen nulldimensional sind,
eben einen
Messwert ohne Kontext liefern (vgl.
Beispielberichte).
Es gab technische Entwicklungen - warum also sollten gerade in einem so
bedeutenden Gebiet stur und schlicht eine physikalische Formulierung und nur eine
Sensorqualität besprochen werden? Im
Folgenden Abschnitt soll die Handhabung der imeter-Ringmethode anhand einiger
Details noch etwas genauer gezeigt werden.
<<
->Inhal
Statisch -
dynamisch ... Die Oberflächenspannung ist
als statische Messgröße definiert;
jede Dynamik beim Messen ist wesensfremd, da letztlich die Zielgröße
mit anderen Eigenschaften vermischt wird, vornehmlich der Viskosität (vgl. Diagramm 2, unten).
Dynamische Methoden sind mehr oder weniger Methoden für Vergleichszahlen.
Wenngleich bei niedrigviskosen Fluiden und bei moderater Mess- bzw.
Abzugsgeschwindigkeit oft keine Abweichung zu einer rein statischen Messweise
gegeben sind. ("Statisch" bedeutet, dass der Lamellenauszug in stufenweise z.B.
in langsamen Bewegschritten erfolgt, wobei solange gewartet wird, bis
sich die am Ring wirkende Kraft nicht mehr ändert.)

Diagramm 2: "Oberflächenspannung" von Honig; Darstellung in
Abhängigkeit vom Lamellenalter bzw. der Messgeschwindigkeit.
[es ist sicher nicht grundsätzlich abzulehnen, auch in "Superpositionen" messen
zu können. ...]
Anwendungstechnische Haltung...
Hersteller, z.B. von Druckfarben, stehen vor dem Dilemma, dass sie
wissen wollen, wie nun das, was sie messen könn(t)en mit dem korreliert, was sie
verbessern und verkaufen wollen. Der Druckvorgang ist hochdynamisch - wie soll
man bei der hohen Geschwindigkeit des Farbauftrags Messgrößen und Effekt in
Einklang bringen? Klar, man könnte alle Rezepturen in der Praxis testen und die
Formulierungen demnach optimieren. Aber die Pigmente/Frarbstoffe sind
unterschiedlich und technische Chemikalien haben eine gewisse
Spezifikationsbreite und die Rezepturvarianten sind zahllos. Letztlich
funktioniert ein solches Vorgehen also nicht. Um wirtschaftlich und
wissenschaftlich dem Problem Herr zu werden, bleibt eigentlich nur der Weg, die
Einflussgrößen Ober-/Grenzflächenspannung und Viskosität (bei entsprechend hoher
Scherrate) zu messen und mit dem praktischen Ergebnis in Beziehung zu setzen.
Aber, Angelpunkte müssen die korrekten Messgrößen sein - nicht etwa eine
Viskosispannung (...die mag man sich daraus rechnen). Messen heißt Variablentrennung nicht -Vermischung ...
Ein sicheres Messprinzip stellt sich so dar, dass
als Variable in der Bestimmung die Messgröße isoliert auftritt (es sei denn, die
anderen Größen wären mit Zahlenwert und Einfluss bekannt). Eine dynamische
Messweise ist nun stets mit Transporteffekten verknüpft, wobei Wirkungen daraus, womöglich
diejenigen Effekte überlagern, die gerade gefragt sind.
"Vergleichszahlen", als Mischgrößen, können Stoffeigenschaften differenzieren,
dürfen jedoch nicht in Spezifikation und Beziehungen (z.B.
Simulationsrechnungen, sofern Haltbarkeit gefordert) verwendet werden, da sie
technisch, lokal und/oder zeitlich gebunden sind und nicht nachvollzogen werden
können.
(Es sei den man könnte den Aufbau, die Messeinrichtung und das
Vorgehen beschreiben, wie mit imeter und Messprogrammen - aber lassen wir das
einmal beiseite.) Transparenz, Zeit, Konzentration, Temperatur
Gegenüber der Methode des hängenden Tropfens (Pendant Drop, 6.) muss der Ringmethode ein
verfahrensbedingt größerer Messfehler zugeordnet werden. Sie
setzt jedoch bei der Messung der Grenzflächenspannung keine Durchsichtigkeit
voraus. Änderungen des Brechungsindex durch Temperatur oder Stoffumsatz spielt
bei der Ringmethode keine Rolle. Hingegen liefert sie Zusatzinformationen (z.B.
Lamellenhöhe) und die Dokumentation erlaubt an den Messkurven Fehlmessungen ggf.
nachträglich als solche zu erkennen. Konzentrationsbedingte Grenzflächenphänomene,
zeitliche und thermische Effekte werden messtechnisch sehr einfach zugänglich gemacht,
auch Mittelwerte, die man anders kaum erhält.
Die Handhabung "Ablesung" ist außerdem automatisiert,
unkomplizierter, einfacher und sicherer und hat auch keinen Benutzerfaktor. In Diagramm 3
ist die zeitliche Entwicklung der Grenzflächenspannung zwischen Wasser und
Toluol dargestellt. Daran zeigt sich, wie einfach zeitliche Effekte dokumentiert
werden.

Diagramm 3: Die frische Grenzflächenspannung zwischen Wasser und
Toluol beobachtet über 50 Minuten (25.0°C): Die Grenzflächenspannung nimmt im
Verlauf um 0.3 mN/m ab. [5103]
Null - Nullpunktsdrift ...
Die Streuung der einzelnen Messwerte wird durch eine höhere
Messsicherheit verursacht. Das klingt zuerst paradox,
"höhere Sicherheit durch größere Streuung"! Es ist also so: jeder einzelne
Messpunkt entspricht einer Bestimmung der Maximalkraft (vgl. Diagramm 1). Und in
dieser Messung wurde vorgegeben, jeden einzelnen Messwert mit seiner gemessenen
Bezugskraft auszustatten. Für einen Oberflächenspannungswert wurden somit zwei
Wägungen vorgenommen, was die Präzision (Precision) durch Streuung
verschlechtert, doch die Richtigkeit (Accuracy) verbessert.
Ohne extra Bezugskraftbestimmung, das kann auch gemacht werden (so wie früher),
doch wenn ein Tröpfchen an der Ringhalterung sich niederschlägt oder der
Nullpunkt der Wägezelle driftet, korrigiert sich der Fehler auf diese Weise
von selbst.
(Ring-Gleichung)
Fmax. (Maximalkraft bei Auszug der Lamelle), FBez.
(Bezugskraft), R (Ringradius), r (Ringdrahtradius), k (Ringkorrektur),
f (Korrekturterm je nach Ringgeometrie und gehobenem Flüssigkeitsvolumen V).
(Anmerkungen) Zur Bezugskraftbestimmung: der Ring ist
dabei um eine vorgegebene Strecke mit rückwärtigen Meniski an den Halteschenkeln
eingetaucht (dies sollen Anwender aus den Standardmessprogrammen beibehalten). Der Ringauftrieb und die Wilhelmy-Oberflächenspannung
[rekursiv] an den Schenkeln wird berechnet, so dass die Bezugskraft für den frei
hängenden Ring aus den bekannten Daten berechnet wird ... . Zusätzlich:
Die Ringgeometrie wird über die thermische Wärmedehnung des Ringmaterials
korrigiert, was bei normalen Temperaturen zwar keine Rolle spielt - es ist ein
Dogma der imeter-Software eine Korrektheit grundsätzlich einzubauen, schließlich
kann imeter mit einer Mikrowaage ausgestattet sein oder es wird bei extremen Temperaturen gemessen;
Ringdimension und Material sind ebenfalls nicht festgelegt.)
Messungen bei heftigem Umrühren (Spritzer) oder bei Kondensationsgefahr benötigen
notwendig die Bezugskraft-Technik: In Diagramm 4 ist die Messung der Temperaturabhängigkeit bis
fast zum Siedepunkt von Wasser gezeigt.
Diagramm 4:
Oberflächenspannung von Wasser, Messdaten einer Messung zwischen 50 und 98°C; Darstellung in
Abhängigkeit von der Temperatur.

Mehrfachbestimmungen, wie die gezeigten sind mit der Wilhelmy-Platte (Methode 2.)
nicht möglich. Und die Ringmethode hat demgegenüber noch den Vorteil, dass konkurrierende und
asymmetrische Adsorptionsvorgänge (Benetzungsstörungen) nicht auftreten
können; auch ist sie relativ einfach zur Mitmessung der für die Methode
benötigten Dichte ausrüstbar.
Bild: temperierbare hohe Doppelkammer-Messzelle mit
Magnetrührwerk, rechts imeter 4.
Richtiges Messen ...
"Richtiges Messen" ist Ergebnis von mehrer Faktoren. Definitionsgemäß, neben
dem statischen Verfahren, ist eine dampfgesättigte Messumgebung eine
Voraussetzung. Diese wird durch das Konzept geschlossener Messzellen
verwirklicht. Die Auswerung kann so eingestellt sein, dass
automatisch der gültige Berechnungsalgorithmus eingeschalten wird. Je nach Ring
und Probe (d.h. nach dem R³/V-Verhältnis) erfolgt die Berechnung nach
Harkins und Jordan [5]
(Interpolation in den Originaltabellen), Fox und Chrisman [8]
oder Zuidema und Waters[7]).
Grundsätzliche Ziele beim MESSEN ...
Normalerweise wird die Ober/Grenzflächenspannung gemessen entweder um eine
wichtige Fundamentalangabe über die Eigenschaft einer Flüssigkeit zu erhalten
oder,
viel häufiger jedoch, um den Wert der Probe gegen einen Erwartungswert oder
Sollwert zu prüfen. Diese Aufgabe wird durch die Integration von Referenzdaten in
imeter geleistet. In Diagramm 5 wird über eine Messdauer von einer Stunde
die Abweichung von Ist und Soll bei einer Formulierung - temperaturkompensiert -
angezeigt.

Diagramm 5: Differenz von Messwert und Sollwert der
Oberflächenspannung einer Formulierung, beobachtet über einen längeren
Zeitraum; zur Klärung, ob sich in dieser Zeit eine Sollwertannäherung ergibt.
In Diagramm 6 sind die Messdaten in originärer Darstellung gezeigt.
Die Einzeichnung des Referenzverlaufs zeigt, dass die Temperatur sich während
der Messdauer änderte, was aber die Aussage nicht beeinträchtigt.

Diagramm 6:
Oberflächenspannung einer Formulierung, beobachtet über einen längeren
Zeitraum - ... ob sich eine Sollwertannäherung ergibt. [6727]
"Unabhängigkeit
von Steuerung, Zubehör/Messmittel, Messweise und Bewertung": imeter verfügt über eine umfassende Beschreibungssprache
zur Modellierung der Messabläufe und integriert kybernetische Sichtweisen in die
Messtechnik. Lernfähige Messprogramme, die selbst ereignisgesteuert ablaufen können,
erlauben Messungen/Prüfungen so
zu gestallten, dass jeweilige Situationen exakt und genauestens reproduzierbar
abgebildet werden können. Mit welchen Mitteln Messungen ausgeführt werden
(Ringgrößen, Messzellenarten) und welche Messweisen (dynamisch, statisch,
Teillamellen) auch innerhalb eines Messablaufs gemischt, tagelang mit
automatischer Neuanlage von Messdatensätzen, oder nur ganz kurzzeitig, ist
wahlfrei. Die Dokumentation stellt das Messgeschehen zu jeder Messung genau dar,
gibt in Berichtsform, Diagrammen und in Tabellen Resultate aus, wie, verwendete
Methode, Zeit/Temperaturverlauf der Werte, Art der Messkurven, Geschwindigkeit, wirkliche
Lamellenhöhe, Lamellenalter, ob und wann evtl. ein Lamellenbruch stattfand,
Bezugskraft und Art nach der dieselbe ermittelt ist (...). Ganz gleich welche
Thematik in einem Messablauf formuliert ist, der Prüfer braucht es ja nur ablaufen zu lassen.
online: Da Messergebnisse in Echtzeit vorliegen können diese zu
Steuerungs- und Regelungszwecken verwendet werden.
Zusatzdimensionen
Durch die automatische Auswertung in temporären, thermischen und kompositions- Zusammenhängen,
die auf Datenbasis schnurstracks als best fit vorgeschlagen / dargestellt
werden, sind Sichtweisen ermöglicht, die bisher noch gar nicht in Betracht
gekommen sind. -- Beobachtung und Messbarkeit sind für alle
Fortschrittsmöglichkeit fundamental.
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->Inhal
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