Dichte, spezifisches Gewicht, Ausdehnungskoeffizient, Messmethoden und VerfahrenDichte: Begriffe, Methoden |
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Sie finden auf dieser Seite Beiträge zum Themenkreis "Dichte" - Definitionen, Zusammenhänge, Einflüsse und Beschreibungen der Messmethoden unter Angaben einschlägiger Normen. Die dabei abgebildeten Diagramme stammen in der Regel aus IMETER-Messungen. Die Original-Prüfberichte stehen unter den Beispielen auf der Seite zur Festkörperdichte bzw. Flüssigkeitsdichte zum Herunterladen bereit.
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1. Dichte
Die Dichte
(Raumdichte, Massedichte, spezifische Masse, density), Formelzeichen
ρ (rho),
ist der Quotient aus Masse m und Volumen V (ρ=m/V)
d.h. "Masse pro Volumen". Die Dichte ist der Zahlenwert der
Massenkonzentration. Die gesetzliche Einheit ist
kg/m3, gebräuchlich ist auch g/cm3. Der Kehrwert der Dichte 1/ρ
heißt spezifisches Volumen (specific volume). Früher verwendete und
verwandte Bezeichnungen im Zusammenhang mit der Dichte sind:
Dichtigkeit, Wichte, Artgewicht
und
spezifisches Gewicht. Die Wichte, Formelzeichen
γ (gamma), ist der
Quotient aus der Gewichtskraft G und dem Volumen V eines
Körpers (γ = G/V).
Die Wichte lässt sich darstellen als Produkt aus der Dichte
ρ
eines Körpers und der lokalen Fallbeschleunigung g,
also:
γ = ρ·g. Unter
den Synonymen
ρn Dichtezahl,
relative Dichte
versteht man das Verhältnis der Masse eines
Körpers zur Masse einer volumengleichen Menge einer
Standardsubstanz
ρ0.
Standardsubstanz ist zumeist Wasser bei 4°C oder auch Quecksilber
(ρn=ρ/ρ0).
Durch diese lokal realisierbaren Standardbezüge wird das Problem
von der Ortsabhängigkeit der Fallbeschleunigung (Schwerkraft)
umgangen, außerdem ist der dimensionslose Zahlenwert auch in allen
nichtmetrischen Einheiten der Welt vergleichbar (specific
gravity). Einheit von Wichte und spezifischem Gewicht war p/cm3
(p=Pond). Falls die Fallbeschleunigung der
Normal-Fallbeschleunigung entspricht, sind Werte für Wichte in
p/cm³ und Dichte in g/cm³ zahlengleich.
Zu erwähnen ist, dass spezifisches Gewicht heute
als äquivalenter Ausdruck für Dichte gebraucht wird. Die Dichte
ist druck- und temperaturabhängig. Die Temperaturabhängigkeit
wird durch den Ausdehnungskoeffizienten, die Druckabhängigkeit
durch die Kompressibilität ausgedrückt, bzw. bei Feststoffen
durch den Kompressionsmodul. Eine präzise Dichteangabe,
insbesondere für fluide Stoffe, umfasst unbedingt die Nennung
der zugehörigen Temperatur. Die Druckabhängigkeit der Dichte im
Schwankungsbereich des Normaldruckes ist, außer bei Gasen, unbedeutend. |
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2. AusdehnungskoeffizientMit Ausnahme von Wasser zwischen dem Gefrierpunkt und 4°C [(Anomalie des Wassers, vgl. Bild rechts), speziellen Glaskeramiken (z.B. Zerodur®), β-Quarz und gewissen Kohle-faserverbundwerkstoffen], vergrößert sich das Volumen der Materialien mit steigender Temperatur - es dehnt sich beim Erwärmen aus, d.h. die Dichte nimmt ab. Ursache der thermischen Ausdehnung ist der zunehmende Raumbedarf der Teilchen mit steigender Temperatur. κ = 1/V· dV/dT Der Wert von κ
wird für viele Stoffe über ein gewisses Temperaturintervall als praktisch
konstant angenommen (z.B. mit Ausnahme Teflon bei 19°C). Der Koeffizient
κ wird
kubischer thermischer isobarer Ausdehnungs-koeffizient oder einfacher kubischer
Aus-dehnungskoeffizient
genannt. Der linearer Ausdehnungskoeffizient α wird oft aus α = κ/3 angegeben. Bei Feststoffen ist "κ=3α" zumindest riskant, da, wie gezeigt, Orientierungen im Festkörpergefüge ein anisotropes Verhalten bedingen. Vorsicht also, bei (Teil-)Kristallinen, nicht-amorphen, gereckten oder verstreckten Materialien, sie verhalten sich i.d.R. längs einer Orientierung anders als quer zu ihr. Die rechts angegebenen Tabellen geben eine Vorstellung von der Unterschiedlichkeit dieser Koeffizienten (Dichtedaten der Flüssigkeiten zumeist aus [Lit.12]). Der Wert von κ ist für Festkörper, wenn man von Kunststoffen absieht, grob eine Größenordnung kleiner und für Gase etwa 3 bis 10x größer als bei Flüssigkeiten. Geräte zur Bestimmung von κ werden Dilatometer genannt. Bei Feststoffen wird der lineare Ausdehnungskoeffizient direkt aus interferometrisch genau messbaren Längenänderungen bestimmt. Bei κ-Messungen an Flüssigkeiten ist die Apparatur nach Dulong-Petit sehr anschaulich: In einem mit der Flüssigkeit gefüllten U-Rohr sind die Schenkel verschieden temperiert. Aus dem ΔT und dem Niveauunterschied der Flüssigkeit in beiden Schenkeln ergibt sich κ.
In den so genannten Lavalampen ist der
Effekt verschiedener Ausdehnungskoeffizienten von zwei nicht-mischbaren
Flüssigkeiten ähnlicher Dichten sehr anschaulich. Durch die Lampe
wird die Flüssigkeit von unten beleuchtet und erwärmt. Die etwas
dichtere und zumeist gefärbte untere Phase hat einen größeren Ausdehnungskoeffizienten
und wird
im temperatur-bedingten Konvektionsstrom/Dichtegradient in Blasen nach oben
gedrückt, wo sie fern von der Heizquelle abkühlt und niedersinkt. Meeresströmungen, Wind, das Wetter, auch die Plattentektonik,
Vulkanismus, stellen
Konvektions-strömungen dar, deren Ursache
Dichteunterschiede in den Stoffmengen sind. Die thermische Ausdehnung
verwandelt im Schwerefeld Temperaturunterschiede in Bewegung. |
Messungen mit IMETER:
Diagramm: Dichte und Dilatation von handelsüblichem Chloroform (rot). Es enthält normalerweise mit bis zu 1% Ethanol. Chloroform nach Referenzdaten (blau). Dass die Grafik gedreht gezeigt wird, macht deutlich, dass die Dichte/Wärmedehnung nichts anderes ist, als eine Temperaturanzeige..(Messung: Chloroform_Dilatation.pdf) |
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Korrosion durch
abblätternde Beschichtungen, progressive Verwitterung von manchen
Kunststoffen (Versprödung), etc. werden durch Temperaturwechsel bei
Verschiedenheit von κ in Materialverbünden
zumindest begünstigt.
Diagramm relative Änderung der Dichte mit der Temperatur, Bezug ist
25°C: Vergleich der Thermodilatation, verschiedener Materialien.
rot =Silizium
(8),
grün =Edelstahl (50),
schwarz =Aluminium (70);
ocker =Plexiglas (PMMA) (250),
violettrosa= Teflon (PTFE) (350 - 1500),
türkis =Vaseline (1500)
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Die Angaben in den Tabellen stammen aus verschiedenen Quellen und sind ohne Gewähr. Die Widersprüchlichkeit der Werte für κ und α in der Literatur ist ziemlich unbefriedigend.
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3. Kompressibilität, KompressionsmodulDie Kompressibilität
(Χ) von
Flüssigkeiten drückt deren Volumenelastizität aus. Die Volumenänderung (dV)
eines gegebenen Volumens (V) wird durch eine Druckänderung (dV) bewirkt: dV = -Χ·dp·V.
Der Proportionalitätsfaktor ist
Χ
(Chi). Die Kompressibilität von Flüssigkeiten ist gering, sodass Flüssigkeiten oft als
inkompressibel angenommen werden. Bei hohen Drucken bzw. sehr genauen
Messungen wird diese Eigenschaft spürbar. Wasser hat eine Kompressibilität von 0,5GPa-1,
Quecksilber 0.04GPa-1, Diethylether 1.5GPa-1, Pentan
2.5GPa-1. Für Wasser, 100m unterhalb der Oberfläche, führt der Schwerdruck (=Dichte*Fallbeschleunigung*Höhe,
ρ·g·h) zu einer Volumenverringerung von rd. 0,05%. In Schwebetiefen von im Mittel
5cm eines Auftriebskörpers bei der hydrostatischen Dichtebestimmung werden 0.2ppm erreicht.
(Genaue Werte der temperaturabhängigen Konstanten für Wasser finden sich in [ref.59]). Während bei Gasen und tropfbaren Flüssigkeiten die Dichte eine Konstante bei jeweiligem Druck ist und sich nach Einwirkung elastisch zurückstellt, findet man bei Festkörpern einen bisweilen andere Verhältnisse. Mit dem Schmieden von Metallen steigt in der Regel die Dichte des Materials an. 4. Dichte von Mischungen, Gehaltsbestimmung
Seit jeher wird die Dichtemessung zur Gehaltsbestimmung eingesetzt. Für bestimmte Stoffkombinationen, oft wässrige Lösungen, z.B. von Zucker, Alkohol (Ethanol) und mit entsprechend Eingemessenen Skalen für Milch, Most (Mostgewicht, Öchsle), Batteriesäure (Schwefelsäure in Bleiakkus) etc. werden verbreitet Spindeln eingesetzt (Aräometer, Hydrometer vgl. nächster Abschnitt).
Oft entspricht die Dichte einer Mischung von zwei Stoffen etwa den Masseanteilen der Komponenten in der Mischung. (Wir sprechen grundsätzlich von Masseprozenten, m/m, da Gewichtsangaben - Gewichtsprozente - nicht immer eindeutig zu reproduzieren sind.)
Das Zustandekommen einer Mischungsdichte
kann in einer einfachen Formel ausgedrückt werden. Mit m1, dem Masseanteil einer Komponente
mit der Dichte
ρ1 und m2,
dem Massenanteil der zweiten Komponente, der Dichte
ρ2, ergibt sich die
Gesamtdichte,
ρGes, der
binären Mischung zu: ρGes = (m1+m2)/(m1/ρ1 + m2/ρ2) = (m1+m2)/(V1 +V2)
Für Kochsalz (NaCl), in Wasser gelöst, gilt die Beziehung in der Qualität "π·Daumen", d.h. die Mischungs- bzw. Lösungsdichte ist bei 10% NaCl bereits um nahezu 1.5% größer, als es sich nach der einfachen Formel ergäbe. Im Diagramm oben sind Messdaten zur Dichte von wässrigen Kochsalzlösungen für die Temperaturen 25°C und 50°C abgebildet (Datenherkunft: Rogers, P. S. Z., Pitzer, K. S., J.Phys.Chem Ref. Data, 11, 15 (1982) und IMETER Messung ID7277).
Die Abweichung vom linearen Verhalten ist aus der
Grafik jedenfalls nicht erkennbar. Mischungen bzw. Lösungen der meisten
Flüssigkeiten verhalten sich ebenso. Wobei Mischungen
gleichartiger Fluide wegen minderer Wechselwirkungen geringere
Abweichungen vom Ideal aufweisen.
NaCl/Wasser: Die
Gleichung für die Bestimmung des Koeffizienten für Wasser mit NaCl
(25°C) wurde zu
ermittelt. Einfacher ist es jedoch, die
Konzentration unmittelbar nach der Beziehung
Die Dichte, wenn sie genau bestimmt wird, ist für nahezu alle Mischungen ein hochexaktes Konzentrationsmaß. Soweit bekannt, erreichen andere Methoden, chromatographisch oder spektroskopisch, bei Weitem nicht die Auflösung, die per Dichtemessung möglich ist.
Im Diagramm links wird die Ausnahme der Regel gezeigt. Mischungen aus Essigsäure und Wasser. Bei der Dichte über 1.04g/cm³ können einem Dichtewert, zwei unterschiedliche Konzentrationen zugeordnet werden (vgl. Messung7575.pdf, Messung7576.pdf ).
(Die Ursache für das anomale Verhalten wird deutlich, wenn die Masse% in Mol% umgerechnet werden. Beim molaren Verhältnis 1:1 - bei ca.70% Essigsäure - tritt das Dichtemaximum auf. Die dichteste Packung entspricht dem 1:1 Molekülverhältnis. --- Ein hübscher Zaubertrick: man nimmt zwei Bechergläser, in eines gibt man Essigsäure und in das andere Gefäß, die gleiche Menge 50%igen Essig und gibt in beide SAN-Polymergranulat [oder einen anderen Stoff der Dichte von etwa 1.05g/cm³, dem die Säure nichts ausmacht]. Das Granulat liegt in den Gefäßen am Boden, die Dichte des Feststoffs ist ja größer. Dann vereinigt man die Becherinhalte effektvoll und - Wunder - das Granulat schwimmt auf einmal!)
Der Essig-Wasser-Sonderfall ist messtechnisch zur Sensoren- und Messapparateprüfung interessant. Denn, für ein und dieselbe Dichte, z.B. 1.05g/cm³ (25°C), gibt es zwei Oberflächenspannungen und Viskositäten. So können entsprechende Anzeigegeräte und deren Querempfindlichkeiten zur Dichte geprüft werden - und umgekehrt.
(PS: Wir führen auch gerne Auftragsmessungen durch. Und das ist nicht einmal teuer, weil der Aufwand zur Herstellung der Konzentrationen und zur Messung - verglichen zu früher - sehr, sehr viel geringer ist. Lassen Sie sich doch einfach eine Dichte-Konzentrationsskala für Ihre Produkte und Wirkstoffe herstellen!) << ->Inhalt
5. Dichte-BestimmungsmethodenZur Bestimmung der Dichte sind eine
Reihe von Verfahren gebräuchlich: Aräometer, Pyknometer, hydrostatische
Wägung und das Schwingungsmessverfahren nebst weniger gebräuchlichen
Methoden; Schwebeverfahren und Dichtegradientensäule werden insbesondere für
Festkörper verwendet.
5.1. Aräometer (Spindel, Senkspindel, Senkwaage, Hydrometer)Das Aräometer wurde 1670 von Roberval (wieder-)erfunden - es war wahrscheinlich schon in der Antike bekannt. Es handelt sich dabei (heute meist) um einen luftgefüllten Glashohlkörper, dessen unteres Ende durch eine gewisse Menge aus Bleischrot, Sand oder Quecksilber beschwert ist. Oben läuft der Hohlkörper in einem schmalen, zylindrischen Hals aus, auf dem eine eingemessene Skala angebracht ist. Je tiefer das Aräometer in die Flüssigkeit eintaucht, desto kleiner ist die Dichte. Im allgemeinen benutzt man in Labors einen Satz von 14 Aräometern, um Dichten zwischen 0.630 und 2.000 g/cm3 zu messen (Messspanne je Spindel 0.1 g/cm3). Die Dichte wird mithilfe eines Standzylinders, in den die Flüssigkeit eingefüllt wird gemessen. Das Aräometer muss beim Ablesen frei und bewegungslos schweben und die Temperatur muss der Bezugstemperatur des Aräometers entsprechen. Die Messunsicherheit beträgt je nach Spindel typischerweise 1·10-3 g/cm³ bis bestenfalls 1·10-4 g/cm³ bei sehr speziellen Ausführungen. Neben den Spezialformen, die auf die hohe, mittlere oder niedrige Oberflächenspannung des Messgutes eingestellt sind, sowie Durchsichtigkeit oder Undurchsichtigkeit berücksichtigen, gibt es auch Spezialaräometer, z.B. Alkoholometer, Milcharäometer, Saccharimeter, die durch eine bestimmte Eichung z.B. ein direktes Ablesen des Prozentgehaltes an der Skala ermöglichen. Außer der Teilung der Skala nach Dichtewerten sind noch andere Skalen in Gebrauch. Es gibt die Unterteilung in Grade Baumé, Cartier, Beck, Brix, Balling, Gay-Lussac und Twaddle.
<< ->Inhalt 5.2. Pyknometer (Volumenwägung, Density Bottle)Es ist ein zumeist birnenförmiges Wäge-Fläschchen mit Schliffstopfen, der mit einer Kapillarbohrung versehen ist (=Pyknometer nach Gay-Lussac; andere Formen teilweise wg. Viskosität oder Flüchtigkeit nach Sprengel, Bingham, Reischauer, Lipkin). Der genau definierte Rauminhalt, oft um 10, 25 oder 50 cm3 - z.B. mit Wasser genau kalibriert - ist mit der zu prüfenden Flüssigkeit bis zum Ende der Kapillare bei der bestimmten Temperatur zu füllen und dann zu wägen. Während Aräometer vorwiegend für Übersichtsmessungen dienen, werden mit Pyknometern höhere Genauigkeiten erreicht. Je nach Ausführung kann die Messunsicherheit 1·10-5 g/cm³ erreichen. Die jedoch kaum wirklich erreicht wird, da die Wärmedehnung der Flüssigkeit und damit die Notwendigkeit zur genauen Temperatureinhaltung sich praktisch unerhört aufwändig darstellt.
Mit Pyknometern kann auch die Dichte fester Stoffe bestimmt werden. Dabei wird eine Festkörperprobe in ein Pyknometer gegeben und der Rest des Volumens mit einer Flüssigkeit genau bekannter Dichte aufgefüllt und das ganze wird gewogen.
Ein weiteres Verfahren der pyknometrischen Messung beruht auf der
Gasverdrängung in einem definierten Raum und wird besonders für
Festkörperdichtemessungen eingesetzt. Die Reproduzierbarkeit für
kommerzielle Gaspyknometer wird immerhin zu 0,01% angegeben. Unter
Ad-Hoc-Methoden wurde ein GasPyknoIMETER
entwickelt. Einzelheiten zur Funktion und Besonderheiten finden Sie
hier. << ->Inhalt 5.3. hydrostatische Wägung (Auftriebsverfahren, Tauchkörperverfahren, Mohr-Westphalsche Waage)Obwohl auch Aräometer nach der Auftriebsmethode funktionieren, versteht man unter hydrostatischer Wägung ein anderes Verfahren bzw. unter Mohrscher Waage eine andere Vorrichtung. Im Gegensatz zu Archimedes’ historischer Methode (vgl. weiter Unten) wird nicht „überlaufende Flüssigkeitsmenge“ gemessen, sondern es wird die Methode als Wägung ausgeführt. Bei der hydrostatischen Wägung wird ein Messkörper (= Körper genau bekanntem Volumen und Masse) zuerst in Luft und dann in der zu untersuchenden Flüssigkeit gewogen. Die Mohrsche Waage stellt eine apparative Verfeinerung der Methode dar: An einem Waagebalken, der einen Glaskörper an einem Pt-Draht und auf der selben Seite des Waagebalkens einen Satz von (fünf) dekadisch verschiedenen Tariergewichten ("Reiter") trägt, ist gegenüber ein Ausgleichsgewicht, zur Nullstellung des Glaskörpers, angebracht. Wird der Glaskörper in die zu untersuchende Flüssigkeit getaucht, bestimmt man deren Dichte durch verschieben der Reiter auf der graduierten Skala, und kann dann an deren Stellung auf der Skala bei Auftriebskompensation die Dichte direkt ablesen (Die Position der Reiter gibt die Einer-, Zehntel, Hundertstel, ... Stelle der Dichte an). Knifflig - und eigentlich nicht mehr verwendbar, ist dieses Mittel bei mittel- und hochviskosen Flüssigkeiten, da eine Gleichgewichtslage durch das entsprechend verlangsamte einschwingen kaum einstellbar ist. hervorragend
Die
Verdrängungsmethode ist eine Variation zum Archimedischen Prinzip;
wobei nicht der Auftrieb am Messkörper gewogen wird, sondern die
Gewichtszunahme, eines Flüssigkeitsbehälters, der auf einer
Wägevorrichtung steht, während ein Volumennormal eintaucht.
Durch die Wägung über das Flüssigkeitsbehältnis wird unmittelbar die durch das
Volumen verdrängte Flüssigkeitsmenge ermittelt. 5.4. Schwingungsmessgerät (Biegeschwinger)Die Methode beruht auf der Eigenfrequenz eines schwingungsfähigen Systems. Ein bestimmtes Volumen der zu untersuchenden Flüssigkeit ist Teil eines Resonators, wobei also die Schwingfrequenz (f) durch die schwingende Masse festgelegt ist und mit dem festgelegten Volumen eine kalibrierbare Proportionalität zur Dichte (ρ) besteht. Die Beziehung gehorcht der Form ρ = A · f -2 + B. Veranschaulichung: ein hohle Stimmgabel, die mit Flüssigkeit gefüllt ist, schwingt je nach Dichte der Füllung in verschiedenen Tonlagen. Biegeschwinger sind sehr praktische Einrichtungen, insbesondere wegen der einfachen Handhabung und der geringen Probenvolumen.
DIN 51757 Prüfung von Mineralölen und verwandten Stoffen; Bestimmung der Dichte, Verfahren D
Anforderungen der PTB [ref.59] 5.5. Corioliskraft - Dichtemessung
Eine
in der technischen Ausführung der Biegeschwinger-Methode manchmal etwas ähnlich
anmutende Technik beruht auf der Corioliskraft
und findet Anwendung insbesondere in der Prozessmesstechnik: Hinsichtlich der Korrektheit sind ähnliche Einschränkungen einschlägig wie beim Schwingungsmessgerät.
(Eine schöne Ausarbeitung, insbesondere im Hinblick auf die Durchflussmessung, bietet Roland Steffen in einer Projektarbeit unter http://www.rolandsteffen.de/Corioliskraft.pdf)
<< ->Inhalt 5.6. Sonstige MethodenGrobe Methoden (Such- oder Übersichtsmethoden bzw. π-Mal-Daumen): - Ob bei fraglich gleichen, gleichdichten, transparenten Flüssigkeiten ein Dichteunterschied vorhanden ist, kann durch leichtes Mischen oder Rühren geprüft werden. Es bilden sich durch Unterschiede der Brechungsindizes Schlieren (Schlierenmethode), die eben auch Dichteunterschiede anzeigen. Solchen Effekt kennt man z.B. von Wasser, das erhitzt wird, und Schlieren die Konvektion sichtbar machen. - Man wiegt das
Flüssigkeitsvolumen in einem Standzylinder (Fehler 1-5%), oder noch etwas genauer,
einen bis zur Eichmarke gefüllten Meßkolben (grob pyknometrisch). Hydrostatischer Druck: In ausreichend hohen Zylindern (auch z.B. bei Vorrats-Silos) oder mit entsprechend feinen Drucksensoren kann die Dichte aus dem hydrostatischen Druck (p= ρ·g·h) bestimmt werden.
Schwebeverfahren:
Ein Körper schwebt in einer Flüssigkeit, wenn die Dichten von Körper und Fluid identisch
sind. Mit (halogenierten) organischen Flüssigkeiten oder Salzlösungen können
Schwereflüssigkeiten mit Dichten von bis über 4g/cm³ dargestellt werden. Die
Dichtebestimmung erfolgt, indem durch entsprechende Mischung oder Konzentration
das Schweben des Feststoffes nahezu erreicht ist. Das eigentliche Schweben wird
durch die Temperatur eingestellt (kann aber auch durch Druckmanipulation
erfolgen). Je nach dem, was bekannt bzw. gesucht ist, spielen die Variablen
Dichte und Wärmedehnung (und Kompressibilität) der beiden Stoffe hier zusammen.
Dichtegradientensäule: In einem Standzylinder werden
vorsichtig zwei mischbare Flüssigkeiten übereinandergeschichtet. Es bildet sich ein Dichtegradient aus.
Mittels farbiger Glaskugeln deren Dichte genau bestimmt ist und anhand
deren Farbe die Zuordnung erfolgt, wird das jeweilige Schwebeniveau
markiert und einem Dichtebereich zugeordnet. So kann die Dichte einer zu
prüfenden nichtmischbaren Flüssigkeit durch deren markierten Schwebebereich
eines Tropfens oder bei Feststoffen durch ein Granulatkorns zugeordnet werden. Auf diese Weise
werden bevorzugt Feststoffe
geprüft; z.B. Polyethylen in einem Methanol/Wasser-Gradient.
5.7. Absolut-Verfahren (genaueste Methode):Um die Dichte metrologisch korrekt und rückführbar auf die internationalen Normale für Länge und Masse zu bestimmen, wird ein extrem regelmäßiger Körper wie eine Kugel (oder Kubus) hergestellt. An einer solchen Kugel kann die geometrische Rundheit (interferometrisch) geprüft und spezifiziert werden und das Volumen ist durch den Durchmesser genau bestimmt. Zusammen mit der exakten Massebestimmung erhält man so ein metrologisches Artefakt als Dichtenormal. Masse und Volumen, also die Dichte des Artefakts, sind somit ermittelt. Und damit kann wiederum die Dichte einer Flüssigkeit durch den Volumenauftrieb mit der entsprechenden Genauigkeit ermittelt werden.
Für diese genaue
Auftriebsmessung nun die "magnetische Flotation" anzuwenden, wird als angezeigt
betrachtet und es ist auch besonders chic. Denn das Hauptproblem bei der
hydrostatischen Wägung besteht in der Aufhängung - Man könnte noch so genaue
Kugeln herstellen, es bliebe der µL hin oder her, der durch den
wandelbaren Meniskus in der Flüssigkeitsoberfläche kapriziert. Es wurden dazu
bereits verschiedene Anstrengungen unternommen, z.B. die Anwendung besonders behandelter Aufhängedrähte
(Platinschwarz, [NRLM, Japan] oder besonders oxidierte Kupferdrähte [NPL,
Indien]) einzusetzen, es wurde sogar schon Tensid dem Wasser zugefügt (NML,
Australien) um diesen Störeinfluss in Griff zu bekommen ([Lit.44],
S.62). - Bei der magnetischen Flotation, also, gibt es keine mechanische
Aufhängung, doch muss der Dichtemesskörper magnetisch sein. Sicherlich
gibt es Werkstoffe, deren Suszeptibilität derart kalkulierbar ist und zeitlich
unverändert angenommen werden kann oder halt kalkulierbar ist, dass wenn auch der
Einfluss des Erdmagnetfeldes und anderer magnetischer Felder, Permeabilitäten,
Induktivitäten und Polarisierbarkeit auch des Mediums ... beherrschbar ist, chemische Stabilität gegeben ist bzw. die
Umhüllung geometrisch maßhaltig ist, dass das Volumen konstant bleibt und ein
Spulenstrom genau einer Kraft zugeordnet werden kann ..., sodass also auf die
Aufhängung verzichten werden kann. Dies erscheint wenig trivial. Unsere Lösung nimmt sich dagegen technisch relativ einfach aus. Die Skizze, rechts, zeigt das Prinzip: Die Kugel wird über einen Lastträger angehoben, in dem die (temperierbare) Messzelle abgesenkt wird. Dies wird über die zwei Positionier-Stufen (W1, W2 im unteren Teil) bewerkstelligt. Zu W1 wird ein Wägewert aufgezeichnet, wobei der Aufhängungsdraht bereits ein Stück weit durch die Flüssigkeit nach oben bewegt ist, die Kugel durch das Gestell aber noch nicht angehoben ist (Teilbild (b)). Dann wird die Messzelle weiter abgesenkt und die Kugel wird über den Halterahmen vom Sockel gehoben und gewogen (Teilbild (c)). Die Differenz von W2 und W1 enthält genau und ohne systematische Fehler die Dichte (abzüglich des Volumens, das bei W2 nicht mehr tauchenden Drahtstückes). Der Aufbau ist auf den ersten Blick ähnlich dem, der Messzellen am NRLM, Japan bzw. NML, Australien - dort wird jedoch der Sockel durch einen Mechanik abgesenkt um die Kugel mit dem Wägemechanismus zu verbinden ([Lit.44], S.72 ff. Dabei bleibt die Meniskuskraft jedoch mehr oder weniger zufällig. Einzelheit und Varianten zu dieser IMETER-Methode finden sich in der Patentschrift DE 103 40 555 und unter Meniskuseliminierung in diesem Web. Für die Messung der IMETER -Feststoffdichte kann diese Technik ebenfalls angewendet werden. Sie stellt offenbar die überhaupt genaueste Feststoffdichtemessung und Volumenbestimmung an Körpern dar - zumindest an Körpern, die von nicht-vollkommener Geometrie sind. Für Vielseitigkeit [Temperatur, Zeit, Umgebung] und einfache Bedienung [Anleitung] sorgt das IMETER-Framework. Kombiniert mit der alternierenden Messung von Proben- und Flüssigkeitsdichte werden Sicherheit und Genauigkeit der Messung vervollkommnet (vgl. Feststoffdichte, alternierende Messung). << ->Inhalt
Gasblasen: Die praktische Hauptfehlerquelle aller Methoden besteht
insbesondere darin, dass Gasbläschen auftreten, die eingeschlossen
werden (Pyknometer, Biegeschwinger) oder am Mess- oder Prüfkörper anhaften
(hydrostatische Wägung) oder in der Flüssigkeit vorliegen bzw. ausgasen. Prinzipunschärfe bzw. -fehler: Der Bezug einer Messgröße, wie der Dichte, ist ein normaler, ungestörter Zustand. Aus diesem Normalzustand, mit seinem Normalwert, wird über physikalische Beziehungen (Kompressibilität, Wärmedehnung) das Verhalten unter anderen Umgebungsbedingungen berechenbar. Wenn ein Messgerät selbst durch Strömung, Kompression, Dissipation (durch Schwingung) einen Eingriff in die Bezugs-Ruhelage verursacht, dann kann es in Vollständigkeit nur Aussagen über den Stoff erlauben, mit dem es kalibriert bzw. justiert oder geeicht ist. Die Präzision ist dadurch definitiv endlich und die Diskrepanz der Anzeige eine unbekannten Probe zum wahren Wert ist mehr oder weniger unklar. Schwingungsmessgeräte, Corioliskraft-Dichtemesser etc. liefern, anders als die hydrostatische Methode, mit der Verbesserung der Sensoren eben nicht bessere Ergebnisse. Eine Viskositätskorrektur (Viskosität - bei welcher Schergeschwindigkeit?) korrigiert die gröbsten Störungen zwar, doch die Sicherstellung einer korrekten Dichteanzeige bei einem Messprinzip, das weitere Stoffeigenschaften betrifft (Querempfindlichkeit), ist lediglich begrenzt verlässlich. Meniski - hydrostatischen Wägung: Bei der hydrostatischen Wägung, abgesehen von der Magnetschwebetechnik, ist der Meniskus an der Messkörperaufhängung bei den üblichen Geräten, auch bei der Mohrschen Waage, ein echtes Problem (vgl. Abschnitt oben, Absolut-Verfahren). Warum ist diese Meniskuskraft so ungeheuer bedeutend? -- Dazu ein einfaches Beispiel. Denkt man sich einen 10mL Körper der in eine Wasserprobe eintaucht, er sei von einem z.B. einem 0.2mm dicken Draht gehalten. Das wäre also ein Aufbau, wie traditionell die Dichte gemessen wird. Je nach dem, wie der Messkörper eingesetzt wird, wie rein das Wasser ist und wie sauber der Draht, kann man an der Stelle, an der der Draht die Flüssigkeitsoberfläche durchsticht, sehen, dass das Wasser am Draht wulstförmig etwas hinauf gezogen wird oder auch mehr oder weniger rechtwinklig an dem Draht anlangt. Ist der Draht ein frisch ausgeglühter Pt-Draht, das Wasser sehr sauber, so dass die Wasser-Oberflächenspannung korrekt vorliegt, und der Körper so eingesetzt wird, dass am Draht ein regulärer Kontaktwinkel anliegt, dann darf man erwarten, dass diese Kraft, die Meniskuskraft, 4.6mg beträgt.
Normalerweise wird der theoretische
Wert für die Kalkulierbarkeit des Oberflächenspannungseffektes nicht erreicht,
da Luftverunreinigungen und Tensidmengen bereits im ppb-Bereich die
Oberflächenspannung deutlich herabsetzen. Und bei irregulärem Kontaktwinkel oder bei unsauberem Draht
- etwa durch Adsorbat aus der Luft oder Fingerfett - kann die Meniskuskraft auch negative Werte annehmen.
Bei rund 5mg Unsicherheit auf
eine Auftriebskraft von etwa 0.1N (~10g) bedeutet 0.005/10=>
±0.05% bzw. ±0.0005g/cm³.
Luftdichte: Weiterhin ist die Veränderlichkeit der Umgebungsdichte bzw. Luftdichte zu berücksichtigen, sie wirkt sich bei der hydrostatischen Wägung unmittelbar aus. - Anhand der weiter unten angegebenen Gleichungen kann der Einfluss der Luftdichte formal entnommen werden. Das nachfolgende Diagramm zeigt den Luftdichteverlauf an einem wetterwendischen Tag:
Die Luftdichte kann direkt durch Wägungen eines offenen und dann geschlossenen, evakuierten Holkörpers (Gasmaus) ermittelt werden. Sie kann einfacher aus Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte berechnet werden oder durch die Wägung eines Massestücks bestimmt werden. Fallbeschleunigung: Im Verlauf eines Tages ändert sich an einem Ort die Fallbeschleunigung durch die Gravitationseinflüsse von Mond und Sonne - die Gezeitenamplitude - und zwar in der Größenordnung von 1·10-6 m/s² [Lit.1, S.191]. IMETER enthält einen integrierten Assistenten für die Bestimmung der Fallbeschleunigung. Mit der zeitnahen Justierung der Wägezelle - d.h. die automatische Auflage des Justiergewichts - kann auch dieser, normalerweise unbedeutende Einfluss, eliminiert werden.
Alterung, Drift: Aräometern,
Pyknometern oder
der Mohrschen Waage, sind Geräte in der Regel noch nach Jahren in
der Schublade noch funktionieren. Die Messwertanzeige elektronisch
arbeitender Geräte bleibt zeitlich nicht konstant. Der Nullpunkt
driftet oft schon in kürzeren Fristen mit der Temperatur der elektronischer Bauteile und über
größere Zeiträume verliert sich die Kalibrierung durch allgemeine Alterungseffekte. Die Präzision
und Richtigkeit einer Messung kann durch eine zeitnahe Justierung bzw.
Kalibrierung sichergestellt werden. Eine Technik, die Sensorkalibrierung
sicherzustellen und die Nullpunktsdrift automatisch und mit Gewissheit auszuschließen,
besteht bei der hydrostatischen Wägung (mit
IMETER) darin, die Justierung der Wägezelle (die innerhalb einer Messung erfolgen kann) und die
Messung der Auftriebskraft als Differenzkraft (wie oben beschrieben)
einzusetzen. So kann - wenn physische Veränderungen des Messkörpers
ausgeschlossen sind - die Korrektheit in extremer Auflösung, über beliebige
Zeiträume gewährleistet werden. Und eine Waage als Hauptsensor ist natürlich
auch sehr einfach zu prüfen. << ->Inhalt
IMETER ist ein Werkzeug das den Zugriff auf die Stoffeigenschaft „Dichte“ durch allgemeine und universelle Anwendung der hydrostatischen Methode für die Dilatometrie und Dichtebestimmungen an flüssigen und festen Stoffen zur Verfügung stellt.
Zum Erreichen des Optimums im Spannungsfeld von Aufwand und Präzision, stehen innerhalb der frei modellierbaren Abläufe verschiedene Arbeitsmodi zur Verfügung. So können Zubehör und Arbeitsabläufe auf die Fragestellung genau angepasst werden.
Für Anwendungen der Flüssigkeitsdichtemessung kann das Absolut-Verfahren angewendet werden, die Viskosität ist ohne prinzipiellen Einfluss, wie auch optische, elektrische und - unter Einschränkungen - magnetische Eigenschaften; die Probe kann instabil sein, als Emulsion, Suspension oder Gel vorliegen. Aus Dichtewerten kann die Kinetik von Vorgängen erhalten werden, die die Dichte der flüssigen Phase selbst oder die Messung der Dichte beeinflussen, wie etwa Temperaturangleichung, Sedimentation, Koagulation, Ausfällung, Kristallisation, Aufrahmung, Auflösung oder allgemein Konzentrationsänderung und Stoffumsatz.
IMETER
ist
ein formales und freies System, welches beachtliche Teile der
Eigenschaftsmessung und Werkstoffprüfung umfasst. Anwender haben sogar die Freiheit,
selbst Zubehör
und Handhabungen (z.B.) der Dichtemessung so einzustellen, wie Zwecke es im
Wandel der Zeit und der Aufgaben erfordern.
Sprachelemente der Steuerung und technische Einrichtungen des Gerätes
erlauben beinahe jede denkbare Anwendung
in Labor oder Betrieb mit geringstem Aufwand auszurüsten. Die automatische
Nullpunktnachführung, die Justierbarkeit während längerer Messungen, die
Verhinderung systematischer Fehler (Meniskuskraft-Eliminierung) sowie
Unabhängigkeit von der Temperatur und die automatisch Ermittlung des
individuellen Messfehlers, sich ergebend aus Auflösung, Messkörperdaten,
Messdaten und Probeneigenschaften ... sind Merkmale der Technik, die für eine
grundlegend nachhaltige Lösung stehen.
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8. Formeln zur hydrostatischen DichtemessungDie Definitionsgleichung der Dichte, als Verhältnis von Masse zu Volumen, ρ = m / V kann nicht unmittelbar angewendet werden. Denn bereits, wenn die Masse (m) aus Wägedaten angegeben wird, führt dies bereits zu einem sicheren Fehler. Für die hydrostatische Wägung an Festkörpern wird oft Gleichung (Ia) verwendet: (Ia)
Die Festkörperdichte ρFK ergibt sich aus der Wägung an der Luft (W1) und untergetaucht in einer Flüssigkeit (W2) der Dichte ρFL. Analog kann für die Flüssigkeitsdichte die Gleichung (Ib) angewendet werden.
(Ib) (ρFK ist dann die Dichte des verwendeten Messkörpers). Mit der Gleichung (Ic) kann mit irgendeinem Messkörper die unbekannte Dichte der Flüssigkeit ρFL-a mittels einer Flüssigkeit bekannter Dichte ρFL-b ermittelt werden, ohne vom Messkörper mehr zu benötigen, als sein Gewicht an Luft (W1) sowie untergetaucht in den beiden Flüssigkeiten (W2a, W2b).
(Ic) Will man jedoch die Dichte über längere Zeit hinweg - und exakt - messen, so sind W1 und W2 nicht mehr miteinander vergleichbar, da sich die Luftdichte ändern kann (vgl. Diagramm weiter oben zur Luftdichteschwankung), die den Wägewerten gemein sein müsste. Außerdem ist es in der Praxis unnötig mühsam und fehleranfällig, den Messkörper jedesmal vorher zu wiegen. Die Gleichungen I sind für unsere Zwecke also nicht ausreichend präzise und zu störanfällig. Zusätzlich bereiten Korrekturen z.B. durch Befestigungsmaterialien in den einfachen Formulierungen Schwierigkeiten. - Es ist erforderlich die Sachverhalte detaillierterer zu betrachten - sehen wir uns die Wägung an: Auch wenn elektronische Waagen mg/g/kg -Masseeinheiten anzeigen - eine Wägung liefert einen Wägewert. Der Wägewert ist eine Gewichtskraft. Im Vakuum sind Schwere und Masse äquivalent, doch wegen des Luftauftriebs entspricht der Wägewert nur dann der Masse, wenn das Gegengewicht der Balkenwaage (d.h. das Justiergewicht bzw. die elektronisch repräsentierte Erinnerung daran) und das Wägegut die gleiche Dichte haben. Dies ist, wie jedem einleuchtet, nur ausnahmsweise der Fall. Die grundlegenden Verhältnisse bei der Wägung verdeutlicht die folgende Skizze.
mcal·g – ρLuft·Vcal·g = m·g - ρLuft·V·g (IIa)
Die Gleichung stellt für den Sachverhalt die allgemeine Formulierung dar.
Die Kraft auf der linken Seite des Wägebalkens (Fw=m·g
), unter Wirkung des Luftauftriebs (Fa
=
ρLuft·V·g),
ist gleich der Kraft rechts.
mcal ( 1 – ρLuft/ρcal) = m (1 - ρLuft/ρ) (IIb) "ρLuft" steht allgemein für Dichte des Mediums in dem der Vergleich stattfindet. Für Wägungen in anderen Gasen, z.B. in einer Glovebox, oder unter Wasser etc. sind entsprechende Mediendichten wirksam. Im Vakuum fällt der Auftriebsterm natürlich weg und Massen sind mit deren Gewichtskräften zahlengleich. -- Um es erwähnt zu haben: die Fallbeschleunigung ist nur gleich, wenn der Schwerpunkt beider Körper auf gleicher Höhe ist und die Luftdichte (=veränderlich mit Luftdruck, -Temperatur und -Feuchte) auf beiden Seiten gleich ist!
(III, IV)
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(V)
(VI)
(VII)
(VIII)
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Die Gleichung III und IV, wie auch folgenden, werden aus
der Gleichung IIa/IIb hergeleitet. Auf den ersten Blick erscheinen die Formeln,
links, etwas umständlich. Dies ist auch dadurch bedingt, dass die
Luftdichte und deren Veränderlichkeit berücksichtigt werden kann.
ρFL
Dichte der Flüssigkeit
ρFK
Dichte des Feststoffs bzw. des Messkörpers
ρL
Dichte der Luft bzw. des gemeinsamen Mediums
ρcal
Dichte des Kalibriergewichts der Waage
W1* Festkörper- Wägewert (Gewicht
an Luft) W2* Festkörper- Wägewert, untergetaucht (Gewicht aus Wägung)
V Volumen (Festkörper)
m Masse (Festkörper)
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Ein wichtiger Begriff, die wahre Masse - Auf unserer Downloadseite stellen wir ein Tool zur Verfügung, welches es ermöglicht, diese aus Wägedaten komfortabel zu errechnen - Eine kleine Stoffdichtetabelle sowie zwei Funktionen zur Luftdichteberechnung sind integriert. |
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