Taktilometer
"Design oder nicht sein" Dieser Satz muss nicht alleine optische Eigenschaften eines Gutes meinen, sondern auch wie es riecht und sich anfühlt. Um mit erfühlbaren Eigenschaften zu arbeiten, diese zu optimieren, müssen sie objektivierbar sein. D.h. sie müssen in Zahlen vergleichbar, also messbar sein.
Taktil und haptisch bedeuten, den Tastsinn betreffend. Haptik ist die Lehre vom Tastsinn. Die Begrifflichkeit wird heutzutage auch als werkstoffbezogen verwendet und meint, wie sich ein Körper anfühlt, angreift, anfasst. Der rationalistische Versuch die Haptik metrologisch anzugehen stößt auf verschiedene Probleme.
Es ist zu klären, welche physikalischen Stoffeigenschaften für eine zu definierende Haptik verantwortlich sind. Denn, welche sinnliche Prüfart soll nachmessbar sein? z.B. wie fest sei der Griff? wird gerieben, gestreichelt, gekratzt, ... ? Haptik ist metrologische Synästhesie, viele Eigenschaften können zugleich wirksam sein.
Die folgende Liste ordnet Messgrößen in mechanische-, thermische- und stoffändernde Effektfamilien, die grundsätzlich mit
imeter objektivierbar sein sollten. Stillschweigend erweitern wir also Tastsinn mit weiteren sensorischen Eigenschaften unserer Haut. Die mehr interaktiven Wirkungen können unter
Austauscheffekten (Wärme, Stoff) subsummiert werden.
Die naheliegenden mechanischen Eigenschaften sind mit passenden Sonden (Messkörpern) direkt zugänglich. Es könnten mit
imeter auch einige Eigenschaften simultan in einem Messprozess bestimmt werden.
[Messprinzipien: direkte Kraftmessverfahren mit entsprechenden Sonden]
Haft- und Gleitreibung
Haftung, Klebrigkeit, Tack
Eindringwiederstand, Härte, Elastizität
Duktilität, Relaxation/Retardation
[Messprinzipien: indirekte Kraftmessverfahren, Thermovolumetrie]
Wärmekapazität Cp
Wärmeleitfähigkeit
(Eigenschaftssprünge - Schmelzen - Mundgefühl vgl. Milch)
Hygroskopie [Gewichtsveränderung in Abh. Von %r.H.]
Statische Elektrizität [Abstands-Kraftmessung]
Oberflächenenergie [Kontaktwinkelmethode]
Diese Auflistung enthält die Messgrößen, aus welchen sich das Empfinden der fühlend beweglichen Hand zusammensetzen dürfte.
(Bezug: Freie Messverfahren)
letzte Änderungen 27. Januar 2003
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